Pop-Sängerin landet Ohrwurm des Sommers

Frankfurterin Namika geht auf Clubtour durch Deutschland

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Die Frankfurterin Namika landete mit „Lieblingsmensch“ den Ohrwurm des Sommers.

Frankfurt - Mit „Lieblingsmensch“ lieferte Namika den Ohrwurm dieses Sommers und schaffte es auf Platz eins der Charts. Nun geht die Deutsch-Marokkanerin aus Frankfurt erstmals auf Tour. Dabei wollte die 24-Jährige eigentlich Handballerin werden.

Gäbe es den Prototyp des Shootingstars, wäre Namika eine heiße Anwärterin für diese Rolle. Seit ein paar Monaten erlebt die 24-jährige Deutsch-Marokkanerin eine Karriere im Schnelldurchlauf und kommt kaum zum Durchatmen. "Das war ein toller Achtungserfolg. Abgehakt - und weiter geht's!", beantwortet sie knapp die Frage nach ihrem 7. Platz unlängst beim "Bundesvision Song Contest". "Es passiert gerade sehr, sehr viel. Mein Terminkalender ist sehr voll." Derartige Aussagen dürfen nicht als Klage missverstanden werden. Schließlich genießt sie es nach eigenen Worten "voll, dass die Leute so positiv auf mich reagieren".

Sie meint damit Stufen, die sie rasant innerhalb weniger Monate auf der Erfolgsleiter erklommen hat: Platz 1 für ihre Single "Lieblingsmensch", Platz 13 für ihr Debütalbum "Nador", das nach dem Heimatort ihrer Großeltern in Marokko benannt ist. Nun folgt eine erste Clubtournee, die am Dienstag in München startete und sie morgen auch nach Frankfurt führt, die so gut wie ausverkauft ist und der im nächsten Jahr eine Konzertreise mit mehr Terminen und größeren Hallen folgen wird. Am 27. Februar 2016 tritt Namika im „Gibson“ in Frankfurt auf.

Diszipliniert, routiniert, kontrolliert

"Auf der Bühne fühle ich mich total frei", freut sich die 1991 als Hanan Hamdi geborene Sängerin und Rapperin darauf, ihre Songs endlich auch vor Publikum vorzustellen. Dass die Künstlerin so gut ankommt, hat sie zuerst sich selbst zu verdanken - ihrer Musik und ihren Texten, ihrer Stimme, ihrem Aussehen und ihrer Ausstrahlung, sicher auch ihrer deutsch-marokkanischen Biografie. "Das ist der Grund, warum ich angefangen habe zu schreiben", sagt die Frankfurterin. "Ich fühlte mich ein bisschen verloren, hier in Deutschland und auch bei den vielen Besuchen in Marokko. Irgendwann habe ich aber festgestellt, dass es ein Geschenk ist, ein Kulturhybrid zu sein."

Die Frankfurter Pop-Sängerin Namika mit marrokanischen Wurzeln orientiert sich bei ihren Texten an der deutschen Hip-Hop-Szene.

Der Erfolg ist bei Namika auch Resultat eines straffen und wohl durchdachten Managements. Für die junge Frau, die in einer Frankfurter Stadtrandsiedlung aufgewachsen ist und als Zwölfjährige zu rappen begann, werden nun auch stundenweise stylische Hotelzimmer angemietet. Dort beantwortet sie, aufmerksam beobachtet vom Management, geduldig Interviewfragen: diszipliniert, routiniert, kontrolliert. Auch eine ganz andere Karriere wäre für Namika denkbar gewesen. Neun Jahre lang spielte sie Handball, schaffte es in die 3. Liga. Als ihr Rücken sie zum Aufhören zwang, beschloss sie, sich auf die Musik zu konzentrieren. Die Disziplin, sagt sie, hat sie vom Sport in ihre neue Karriere mitgenommen. Nach ihrem Abitur nahm sie im Heimstudio ein Rap-Mixtape auf, dass sie als ihre Visitenkarte bezeichnet. Über soziale Medien verbreitete sie ihre Musik. "Es kamen einige Anfragen", erinnert sie sich an eine Situation, mit der sie kaum gerechnet hatte und die ihr schließlich einen Deal mit dem Sony-Label Jive einbrachte.

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Aus Hän Violett, so ihr damaliger Künstlername, wurde Namika, zum rauen Rap gesellten sich für eine neue, leicht zugängliche Mixtur Elemente aus Pop, Soul und orientalische Klänge. Für eine junge Frau mit so vielen ganz unterschiedlichen Seiten, Erfahrungen und Interessen ist das "Sowohl-als-auch" kein Problem, auch wenn es um Musik und Image geht. Entwickelt hat Namika ihren neuen Sound mit einem erfahrenen Produzenten-Team in Berlin. Die Verantwortlichen ließen ihr Zeit: "Das waren zwei intensive, kreative Jahre am Rande des Wahnsinns", blickt sie lachend zurück und beschreibt ihre Produzenten als "unfassbar sympathisch".

Ihre Texte schreibt sie immer und überall, zeitgemäß ins Handy oder ganz altmodisch auf einen Block. Sie behandelt Themen aus dem Leben: Freundschaft, komplizierte Beziehungen, Sozialkritisches und ihr großes Thema Selbstfindung. "Texte zu schreiben hilft mir, Antworten auf ungewisse Fragen zu finden", sagt sie. Und es scheint, dass sie damit auch den Nerv ihrer Fans trifft. Wer aus Namikas Texten bei aller Leichtigkeit eine besondere Tiefe heraushört, ist auf der richtigen Spur. Sie war auch schon an der Uni eingeschrieben. Studiengang: Philosophie.

dpa

Quelle: op-online.de

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