Natürlicher Freizeitpark

Laubach - Im Robin-Hood-Dorf schwingen sich Kinder an Tauen von Holzhaus zu Holzhaus. Auf dem Abenteuerspielplatz toben sich die kleinen Besucher bei einem riesigen Kegel-Spiel aus. Der natürliche Freizeitpark „Grünes Meer“ im mittelhessischen Laubach öffnete am Samstag seine Pforten.

Die Menschen sollen Spaß haben und sich erholen können“, sagt Karl Georg Graf zu Solms-Laubach bei der Eröffnung.

Der 80 Hektar große Entdeckungswald gehört zum etwa 5000 Hektar großen Waldgebiet des Grafen. Etwa 1,5 Millionen Euro hat der Graf in das Projekt investiert, laut eigenen Angaben ohne staatliche Zuschüsse. Mit bis zu 100 000 Besuchern rechnet er im Jahr. Für den Aufbau des Freizeitparks ist nur Holz aus dem eigenen Wald verwendet worden. „Wir hatten das Ziel, alle Spielgeräte so zu bauen, dass das auch im Mittelalter hätte passieren können“, sagt der Graf. So wurden die Spielgeräte ohne Strom errichtet.

Der Lieblingsplatz des Grafen ist der Zauberwald. Dort wachsen Hainbuchen und Buchen und große Steine lassen es so aussehen, als habe es hier vor hunderten von Jahren eine religiöse Kultstätte gegeben. „Die Natur ist der beste Baumeister“, ist sich Graf zu Solms-Laubach sicher. Auf den Namen „Grünes Meer“ sei er gekommen, weil man von der Aussichtsplattform des Parks auf die Baumwipfel schaue wie auf ein Meer. Ein Baumwipfelweg führt die Besucher in drei bis zwölf Metern Höhe von Baum zu Baum.

Im Wildgehege gibt es Auerochsen und Rotwild zu bestaunen. Im Streichelzoo schmusen die kleinen Besucher mit Eseln, Zwergziegen und Kaninchen. Das gefällt auch Elisabeth Charlotte Opper. Die Vierjährige ist mit ihrem Vater Karl-Georg in den Freizeitpark gekommen. „Das Beste ist, dass die Kinder sich hier relativ alleine bewegen und alles alleine entdecken können“, sagt er.

Der Freizeitpark soll nicht nur Kinder anlocken. Auch Erwachsene können auf einem kleinen, einem mittleren und einem großen Rundweg die Attraktionen des Parks entdecken. „Ich finde es toll, dass man hier Baumaterialien aus der Natur eingesetzt hat“, sagt Nadine Wagner. In Freizeitparks mit elektrischen Fahrgeschäften litten Kinder oft an Reizüberflutung.

Die Idee für den natürlichen Freizeitpark hatte der Graf, als er mit seinen vier Kindern in anderen Freizeitparks mit elektrischen Fahrgeschäften war. „Da hat mir die Natur gefehlt“, sagt er. Im „Grünen Meer“ soll Kindern spielerisch die Natur näher gebracht werden. Der Graf bewohnt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern sowie seinem Sohn in der 18. Generation das Schloss in Laubach. Seit etwa fünf Jahren steht das Schlossareal mit Park, Museum und Gastronomie der Öffentlichkeit offen.

dpa

Quelle: op-online.de

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