Weniger Einbrüche, mehr geklaute Räder

Kriminalstatistik: Fallzahl sinkt, aber Neu-Isenburg hat weiter „rote Laterne“

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Die Grafik aus der Polizeistatistik zeigt, mit welcher Art von Straftaten die Beamten es 2018 vor allem zu tun hatten.

Die guten Nachrichten zuerst: Die Anzahl der Kriminalfälle in Isenburg ist leicht zurückgegangen. Die Polizei beschäftigte sich 2018 mit 2376 Straftaten, 54 Fälle weniger als noch im Jahr 2017.

Neu-Isenburg – 55 Prozent der Delikte konnten aufgeklärt werden – dabei war die Polizei 2017 etwas erfolgreicher, die Quote noch bei 62,4 Prozent. Kreisweit hat die Hugenottenstadt jedoch erneut die „rote Laterne“, also berechnet auf die Anzahl der Einwohner die höchste Zahl an Straftaten. Dennoch betont Dienststellenleiterin Susanne Wendt: „Die Neu-Isenburger sind in ihrer Stadt sicher.“.

Die Statistik könne man nicht lesen, ohne sie in Relation zu setzen: „Wir haben in Isenburg einfach eine hohe Anzahl von Tatgelegenheiten. Das liegt an der Struktur und der Lage der Stadt“, erklärt Wendt. Die Nähe zu Frankfurt, Offenbach und dem Flughafen sei dabei nur ein Faktor. „Wir haben viel Gewerbe in der Stadt, da gibt es mehr Möglichkeiten zu Gewerbeeinbrüchen als in kleinen Städten“, erklärt die Polizeihauptkommissarin. Auch das Isenburg-Zentrum ist immer wieder ein Ort der Kriminalität – wie eben jedes Einkaufszentrum in der Republik. Viele Läden an einem Ort erhöhen die Möglichkeiten zum Ladendiebstahl.

Neu-Isenburg: Überblick zu schwerwiegenden Straftaten

Die wirklich schwerwiegenden Straftaten, Körperverletzung und Gewaltkriminalität, machen sieben beziehungsweise drei Prozent der gesamten Statistik aus. Bei der schweren Körperverletzung zählen die Beamte 54 Fälle. 80 Prozent dieser Taten geschehen innerhalb der Familie. In diesem Bereich sei die Aufklärungsquote mit 85,4 Prozent hoch. Diese Gewalt hätte in den vergangenen Jahren zugenommen: „Ich glaube, dass es daran liegt, dass sich betroffene Frauen aufgrund von besserer Beratung durch Polizei und Frauenbeauftragte schneller an uns wenden. Wir haben es auch öfter, dass sich Nachbarn melden, wenn es nebenan auffällig laut wird“, sagt Wendt.

Bei den Raubdelikten und der räuberischen Erpressung, 15 an der Zahl und damit drei weniger als im Vorjahr, sei das ähnlich. Dies seien häufig Beziehungstaten. Nur einen Straßenraub hat die Polizei 2018 aufgenommen, dabei handelte es sich um einen überfallenen Taxifahrer.

Die Neu-Isenburger können sich sicher fühlen: Das ist die zentrale Botschaft von Polizeichefin Susanne Wendt.

Bei über der Hälfte der Straftaten waren die Gauner in Sachen Diebstahl und Betrug unterwegs: 20 Prozent (471 Fälle und plus 65 im Vergleich zum Vorjahr) gehen beim einfachen Diebstahl in die Statistik ein, 19 Prozent (461 und – 59) werden zum schweren Diebstahl gezählt und 20 Prozent (466 Fälle – 120) bei Vermögens- und Fälschungsdelikten. Bei der letzten Gruppe drehe es sich vor allem um Betrug im Onlinehandel. Rund um den Diebstahl ist noch spannend zu wissen, dass 37 Wohnungseinbrüche, von denen nur die Hälfte glückte, eine erfreulich geringe Zahl ist. Noch im Jahr 2015 waren es 115 Einbrüche, 2017 kümmerten sich die Beamten noch 66 Mal um Einbruch in Wohnungen. Die Zahl gehe kontinuierlich zurück und sei der besseren Wohnungssicherung zu verdanken, meint Wendt.

Geklaute Fahrräder in Neu-Isenburg ein Ärgernis

Geklaute Fahrräder sind in Isenburg ein Ärgernis: 110 (124) sind verschwunden, die Aufklärungsquote ist mit 6,4 Prozent sehr niedrig. Steigende Fallzahlen gibt es bei den Sachbeschädigungen – besonders Autos sind betroffen. 157 Fahrzeugbesitzer (115) haben sich bei der Polizei gemeldet. „Es werden mehr Kratzer in Fahrzeugen gemeldet. Oft sind es Einzelfälle, wo offensichtlich der Ärger eine solche Straftat auslöst. Manchmal steht ein Auto zu weit auf dem Bürgersteig, versperrt einen Trampelpfad oder steht auf dem vermeintlich falschen Parkplatz. Die Stadt wird immer enger und Parkplätze sind knapp“, analysiert Wendt den Anstieg dieser Zahlen. Die Chance, die Verursacher zu stellen, ist gering: „Da sind wir auf die Anwohner angewiesen, die etwas beobachten und uns dann rufen“, so die Dienstellenleiterin der Polizei. 13 geklaute Autos gab es, fast die Hälfte der Fälle konnte geklärt werden. Interessant ist, was an (122 Fälle) und aus Autos (101 Fälle) gestohlen wird: Waren es früher Autoradios und später Navis, sind es heute Airbags und von außen Abstandshalter und Abdeckungen für Nebelscheinwerfer.

Rauschgiftdelikte machen 11 Prozent der Fälle aus und die Beamte haben 262 Delikte aufgenommen: „Das ist meist Kleinkriminalität in Grammwerten für den Eigenbedarf. Seltener ein paar Dealer.“ Die Aufklärungsquote ist hierbei hoch (fast 98 Prozent), weil die Polizei meist von Zeugen direkt zum Tatort gerufen wird und so die Täter gleich stellt.

VON NICOLE JOST

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