Skurriles und Gruseliges

Neue Schau im Senckenbergmuseum

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Eine Sammlung von Hundeschädeln in einer Vitrine: Die Schädel gehörten einst dem Hundezüchter Karl Hopf, der 1914 nach einen Indizienprozess als Giftmörder hingerichtet wurde.

Frankfurt Die Hundeschädel-Sammlung eines Giftmörders oder ein über 350 Jahre alter verwachsener Kopf einer Gans – solche skurrilen Exponate sind derzeit in der Frankfurter Ausstellung „Senckenbergs verborgene Schätze“ zu sehen.

Die Wissenschaftler des Naturkundemuseums haben dafür 30 Raritäten aus ihren Sammlungen in Frankfurt, Dresden, Görlitz, Weimar und Müncheberg zusammengestellt. Einige Stücke seien zuvor noch nie öffentlich gezeigt worden, teilte Senckenberg gestern mit. Der Frankfurter Giftmörder Karl Hopf, der zwei seiner Ehefrauen umbrachte und hohe Lebensversicherungen kassierte, hatte seine Sammlung aus Hundeschädeln 1908 an Senckenberg übergeben. 1914 wurde der gelernte Drogist verurteilt und hingerichtet. Auf einem Tablett sind 14 unterschiedlich große Schädel in der Ausstellung zu sehen.

Viel älter ist ein abnorm geformter Gänseschädel aus dem Jahr 1667, das älteste Stück der Frankfurter Wirbeltier-Sammlung. Und vor 48 Millionen Jahren ereignete sich in der Grube Messel ein Tierdrama, das versteinert erhalten ist: eine Schlange, in deren Magen eine Eidechse zu erkennen ist, die wiederum kurz vorher einen Käfer gefressen hat. Ergänzt werden die spektakulären Originalobjekte durch Bilder der beiden Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold. Sie haben die interessanten Ausstellungsstücke vor schwarzem Hintergrund arrangiert und kunstvoll abgelichtet.

Insgesamt bewahrt Senckenberg in seinen Sammlungen über 38 Millionen Objekte auf – von präparierten Tieren und Pflanzen bis hin zu Gesteinsproben. Die Wanderausstellung erlaubt nun einen Blick auf besonders grandiose und kuriose Raritäten.

Die Ausstellung ist noch bis 10. Januar während der Öffnungszeiten des Senckenberg-Naturmuseums zu sehen: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr, Mittwoch von 9 bis 20 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr. Während die Sonderausstellung läuft, zahlen Besucher neun Euro Eintritt, ermäßigt 4,50 Euro. Weitere Infos: www.senckenberg.de/frankfurt

(dpa)

Quelle: op-online.de

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