Blick auf die Frankfurter Baustelle

Neue Schienen für den S-Bahn-Tunnel

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Eine Spezialmaschine zum Verlegen von Schienen wird in einem S-Bahn-Tunnel in Frankfurt in Position gebracht. Aufgrund umfangreicher Sanierungsmaßnahmen bleiben weite Teile des Streckennetzes längerfristig gesperrt.

Frankfurt - Im Schritttempo fährt die „SLE“ durch den Tunnel und lässt behutsam 120 Meter lange nagelneue Stahlschienen ins Gleisbett zwischen die alten Schienen gleiten. „SLE“ steht für „Schienen-Lade-Einheit“ mit zwei starken Diesel-Loks an der Spitze.

Viele Tonnen werden so bewegt: Eine Schiene aus Spezialstahl wiege 60 Kilo pro laufendem Meter, sagt Jens Scheidemantel. Er leitet die Sanierungsarbeiten im Frankfurter S-Bahntunnel, der während der Osterferien erneut gesperrt ist. Rund 1,2 Kilometer Schienen werden erneuert. Die Holzschwellen bleiben liegen. „Die halten ewig“, sagt Scheidemantel. Im Tunnel herrschten immer die selben Bedingungen, Verschleiß durch Wind und Wetter seien sie nicht ausgesetzt. Die Schienen dagegen müssten regelmäßig abgefräst, geschliffen oder ausgetauscht werden. Über sie fahren im Minutentakt die S-Bahnen, in Spitzenzeiten stündlich 24 Züge in jeder Richtung. Das halten sie etwa 16 Jahre aus.

Im Tunnel ist die Oberleitung während der Arbeiten abgestellt, alles Gerät und Material wird mit Dieselfahrzeugen bewegt. Die Schadstoffe sollen möglichst rasch aus dem Tunnel geleitet werden, wo 120 Bauarbeiter in drei Schichten reparieren, kontrollieren oder Signale für das neue elektronische Stellwerk mit Kabeln verbinden. Für Frischluft sorgen mehrere fünf Meter lange 55.000 Watt-Lüfter. Zum Vergleich: Ein Lüfter für den Haushalt hat rund 25 Watt. „Wir arbeiten hier wie im Bergbau“, sagt Alexander Klefken von einer Spezialfirma für „Bewetterungstechnik“.

Während der Tunnelsperrung müssen sich wie schon im Sommer 2015 Reisende mit Ziel Frankfurt-Innenstadt auf Umwege einstellen. Ab 11. April sollen die Bahnen wieder normal fahren. Bis dahin ist die City nur mit Straßen-, U-Bahnen und Bussen zu erreichen. Auch Mietfahrräder stehen bereit.

dpa

Quelle: op-online.de

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