Neue Tragödie erschüttert Gorilla-Gruppe

Frankfurt -  Neue Hiobsbotschaft aus dem Gorilla-Gehege des Frankfurter Zoos: Das zehn Jahre alte Weibchen „Ruby“ ist tot. Es sei am Mittwoch an einer Darmentzündung gestorben, teilte der Zoo am Freitag mit.

Erst in der vergangenen Woche hatte der neue Frankfurter Gorilla-Mann „Viatu“ den erstgeborenen Sohn des Weibchens direkt nach der Geburt getötet. Zoodirektor Manfred Niekisch schloss aber einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Jungen und der Mutter aus. „Ruby“ hätte keine Bindung zu ihrem Jungen entwickeln können und darum keine Stressbelastung gehabt. Die übrigen Tiere der Gorilla-Gruppe würden nun aufmerksam durch Tierärzte beobachtet, sagte er.

Die genaue Ursache der tödlichen Infektion suchen die Tierärzte noch. Zunächst hatten sie die Niedergeschlagenheit „Rubys“ auf die Folgen der Geburt zurückgeführt. Krankheiten blieben bei Gorillas oft lange unentdeckt, erklärte Niekisch. Für die Mitarbeiter des Zoos seien die tragischen Ereignisse im Affen-Gehege eine große Belastung.

Zukunft von „Harems-Chef“ Viatu ist offen

Schon vor dem Tod des Affenjungen und seiner Mutter hatte es beim Aufbau einer neuen Frankfurter Gorilla-Gruppe Probleme gegeben. Der neue Harems-Chef „Viatu“ kam mit den Söhnen seines Vorgängers nicht zurecht. Der zweieinhalbjährige „Fritz“ wurde darum an den Zoo in Rotterdam abgegeben, für den fünfjährigen „Kabuli“ wird noch ein Zoo gesucht. Die Zukunft „Viatus“ gilt als offen, seit er seinen Sohn getötet hat. Ersatz für „Ruby“ werde es vorerst nicht geben, sagte Niekisch. „Wichtig ist es jetzt, dass sich die Gruppe stabilisiert.“

Gorilla-Mann „Viatu“ aus Basel ist seit Oktober 2008 Ersatz für Publikumsliebling „Matze“, der im Alter von 51 Jahren eingeschläfert worden war. Neben “Viatu“ und dem zur Abgabe vorgesehenen „Kabuli“ leben noch die Gorilla-Weibchen „Rebecca“, „Julchen“ und „Diana“ im Frankfurter Zoo.

dpa

Quelle: op-online.de

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