Neuer Prozess um Mord an junger Mutter

Frankfurt/Rhein-Main - Gießen (dpa) Bei der Neuauflage eines Mordprozesses hat ein 48-Jähriger vor dem Landgericht Gießen bestritten, seine Lebensgefährtin erschossen zu haben. Er habe damit nichts zu tun, sagte der Angeklagte gestern. Der Arbeitslose aus Alsfeld soll die 29-Jährige, mit der er gemeinsam drei kleine Kinder hatte, im Januar 2008 mit vier Schüssen in Kopf und Bauch getötet haben.

Die Leiche der jungen Frau war in einem Wald in Gemünden im Vogelsberg gefunden worden. Die Frau wollte sich offenbar von dem 48-Jährigen trennen. Das gilt laut Anklage als ein Motiv für die Tat.

Der erste Prozess war im Januar nach monatelangen Verhandlungen geplatzt, weil sich der Angeklagte mit seinen Verteidigern überworfen hatte. Nach Angaben des Angeklagten hatten diese seine scharfe, aber noch unbenutzte Pistole nicht an die Ermittler weitergeleitet.

Die tödlichen Schüsse trafen die 29-Jährige laut Staatsanwaltschaft aus unmittelbarer Nähe. Die junge Frau starb an ihren schweren Verletzungen. Das Opfer hatte vier Kinder. Eine Tochter hatte die Frau mit in die Beziehung gebracht. Das jüngste der drei gemeinsamen Kinder war damals gerade wenige Wochen alt. Kurz vor der Tat war die 29-Jährige in ein Frauenhaus geflüchtet und wollte offenbar ein neues Leben anfangen.

Der Angeklagte sagte aus, er habe sich wenige Stunden vor der Tat mit seiner Freundin getroffen, weil diese um ein Gespräch gebeten habe. Die 29-Jährige habe nach einem Streit das Haus verlassen. Seitdem habe er sie nicht mehr gesehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung einer anderen Straftat vor. In einem anderen Verfahren in Alsfeld, in dem er sich unter anderem wegen der Misshandlung seiner Lebensgefährtin und ihrer Tochter hätte verantworten müssen, hätte die 29-Jährige als Zeugin aussagen sollen.

Quelle: op-online.de

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