Neuer Schatz in der Landesbibliothek

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Die Landesbibliothek in Fulda hat eine zeitgenössische Abschrift von „Ein gegenredt oder ausschreiben Ulrichs von Hutten widder Pfaltzgraf Ludwigen Churfürsten“ als Dauerleihgabe erhalten. Darin legt sich der Humanist und Reichsritter von Hutten mit dem Kurfürsten an.

Fulda - (dpa) Fast ein Jahr dauerten die langwierigen Verhandlungen, bis Marianne Riethmüller ihren neuen Schatz in den Händen hielt. Bei der Vorstellung der kostbaren Neuerwerbung zog sie sich gestern weiße Schutzhandschuhe an, um das fast 500 Jahre alte Werk nicht zu beschädigen.

Denn das unscheinbar wirkende, dunkel eingebundene Buch hatte seinen Preis. Dank einer Spende von 20 000 Euro konnte die Hochschul- und Landesbibliothek in Fulda ihre einzigartige Sammlung von Handschriften des bekannten Reichsritters und Humanisten Ulrich von Hutten (1488-1523) erweitern. Die Sammlung in der osthessischen Barockstadt ist eine der bedeutendsten. Nur in Straßburg und London liegen ähnliche literarische Schätze des ehemaligen Fuldaer Klosterschülers.

Für die Spende der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gab es zwar nicht das Original, aber immerhin eine zeitgenössische Abschrift von „Ein gegenredt oder ausschreiben Ulrichs von Hutten widder Pfaltzgraf Ludwigen Churfürsten“ als Dauerleihgabe. Auf 21 Seiten schreibt der streitbare Mann, der sich mit fast jedem angelegt haben soll, der ihm in die Quere kam, dass ihm Unrecht getan wurde. Er beleidigt Kurfürst Ludwig, weil sein Diener hingerichtet wurde, nachdem er zwei Äbte überfallen haben soll. Schließlich ruft er zum Kampf des Rittertums gegen das Fürstentum auf.

Die Fuldaer widmen sich Hutten, weil der auf der Burg Steckelberg bei Schlüchtern geboren und später im Kloster Fulda erzogen wurde. In seiner Zeit galt Hutten als kritischer Geist und einer der frühen Gegner des Papsttums im Zeitalter der Reformation.

Quelle: op-online.de

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