Viertel bei Bonames für fast 1600 Wohnungen

Neues Baugebiet im Norden Frankfurts

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Blick auf das neue Baugebiet von Osten. Im Vordergrund sind die Umgehungsstraße und der künftige Grüngürtel-Zug erkennbar.

Frankfurt - Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) haben einen Kompromiss zum neuen Baugebiet Bonames-Ost vorgestellt. Schwarz-Grün will zeigen, dass man bei der Schaffung von neuem Wohnraum am gleichen Strang zieht.

Das Baugebiet - es heißt jetzt „Am Eschbachtal“ - umfasst 1580 Wohnungen - fast 500 weniger als vorher geplant. Damit gehört „Am Eschbachtal“ zu den größeren Wohnungsbauprojekten in Frankfurt. Vorher hatte es Proteste unter den Bewohnern von Bonames gegeben, weil Cunitz vor zwei Jahren die einst vorgesehene Zahl von 1200 Wohnungen angesichts des starken Bevölkerungswachstums in Frankfurt auf 2000 Einheiten hochschraubte. Die Stadtverwaltung sprach jetzt von einem „tragfähigen Kompromiss“, den man im Laufe von vier Planungsgesprächen zusammen mit lokalen Akteuren erarbeitet habe.

Neben den erwähnten 1580 Wohneinheiten sollen eine Grundschule, eine weiterführende Schule und ein zentraler Park entstehen. Von den Wohnungen wird ein knappes Drittel gefördert. Zusätzlich entstehen vier Kindertagesstätten. Der zwischen Bonames, Nieder-Eschbach und Harheim liegende Grüngürtelpark Nieder-Eschbach wird erweitert und unter den Schutz der Grüngürtel-Satzung gestellt.

Damit werden über 240 Hektar ökologisch wichtiger Flächen dauerhaft vor einer Bebauung geschützt. Außerdem schafft die Stadt Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet. Die Grünzone soll „ökologisch aufgewertet“ werden, Äcker und Streuobstwiesen werden nicht angetastet. „Der konstruktive Prozess hat uns alle weitergebracht“, sind sich Cunitz und Becker einig.

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Die Koalition garantiert den Frankfurtern im Norden der Stadt „Grenzen des Wachstums“. Man wolle Vertrauen wiedergewinnen, so Cunitz. Deshalb soll östlich des Neubaugebietes, das durch eine Umgehungsstraße begrenzt wird, nicht weitergebaut werden. Mit einer Verabschiedung des Bebauungsplans rechnet der Bürgermeister allerdings erst im Jahre 2017. Das Gymnasium soll allerdings schon früher entstehen, zum Beispiel mit Hilfe von Containern.

Das Bebauungsplanverfahren „Am Eschbachtal – Harheimer Weg“ hat eine lange Vorgeschichte. Bereits in den Jahren 1999 und 2001 leitete man erste Schritte ein. Nachdem das Verfahren lange ruhte, nahm man die Planungen im Jahre 2013 wieder auf, überarbeitete das städtebauliche Konzept und stellte es im Herbst 2013 in Bonames vor. Um vor Ort auf teils heftige Kritik zu stoßen. Es folgten die Planungsgespräche. Ein zentraler Kritikpunkt am Konzept aus dem Jahr 2013 war dessen angeblich mangelnde Anpassung an die bestehenden Gebäudestrukturen, die vor allem an den Gebäudehöhen und -tiefen, der Länge der Baukörper sowie der Baudichte festgemacht wurde. In der Überarbeitung wurden die Geschosswohnungsbauten auf maximal drei Vollgeschosse reduziert, nur am östlichen Ortsrand und den Rändern der öffentlichen Grünflächen ist ein zusätzliches Dachgeschoss möglich. Die Schulversorgung wurde als großer Mangel im gesamten Frankfurter Norden benannt. Diesem soll nun entgegengetreten werden, indem neben der Grundschule zusätzlich eine weiterführende Schule eingeplant wird.

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mic

Quelle: op-online.de

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