Blick hinter die Kulissen

+

Frankfurt „Frankfurt liest ein Buch“, scherzt „Tigerpalast“-Chef Johnny Klinke und meint damit nicht Eckhard Henscheids Satire „Die Vollidioten“, das derzeit im Mittelpunkt des zweiwöchigen Lese-Projekts „Frankfurt liest ein Buch“ steht. Von Christian Riethmüller

Klinke hat etwas anderes im Sinn: „Ich glaub', es ist unseres“. Mit „unseres“ bezeichnet Klinke den eben erschienenen Bildband „Die Kunst der Balance. 25 Jahre Tigerpalast in Frankfurt“ (Societäts-Verlag, 24,80 Euro), der nichts weniger als eine Hommage an „das führende Varieté-Theater Deutschlands“ ist, wie einst die „Frankfurter Allgemeine“ den Tigerpalast pries.

Die Frankfurter Journalistin Sabine Börchers hatte in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder Gelegenheit, das umfangreiche Archiv des Tigerpalasts zu sichten und zahlreiche Gespräche mit jenem Dreigestirn zu führen, das - sich aufs trefflichste ergänzend - seit einem Vierteljahrhundert hinter dem Varieté-Tempel steht. Neben Johnny Klinke als wortgewaltigem Palast-Direktor sind dies Margareta Dillinger, die als künstlerische Leiterin und als gute Seele gleichermaßen für die Auswahl und Betreuung der Artisten und Künstler aus aller Welt zuständig ist, sowie Robert Mangold, der als Geschäftsführer für die Sterne-Niveau bietende Gastronomie zuständig ist.

Mit Börchers blickt der Leser hinter die Kulissen des Tigerpalasts, erfährt von den schwierigen Anfängen und den späteren Triumphen, trifft zahlreiche legendäre Künstler wie den Meister-Jongleur Francis Brunn oder den famosen Handstandakrobaten Oleg Izossimov und sieht auf den vielen, vielen Fotos manchen jungen Menschen, der heute älter, aber auch berühmter ist, Max Raabe etwa.

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

Doch ist der Tigerpalast nicht nur ein Mikrokosmos der Unterhaltung, sondern strahlt mit seiner Einzigartigkeit auch in die Stadt, die Region und die Welt. Diese Einzigartigkeit zu bewahren ist eine Kunst, die Sabine Börchers in ihrem nicht nur für Variete´-und Tigerpalast-Fans empfehlenswerten Band so eindrucks- wie liebevoll beschreibt.

Quelle: op-online.de

Kommentare