Neues Formular hilft im Kampf gegen sexuelle Gewalt

Frankfurt - (mic) Der in Hessen verpflichtend eingeführte ärztliche Dokumentationsbogen nach sexueller Gewalt hat sich nach Einschätzung des Frankfurter Frauennotrufs bewährt. „Damit wird die Arbeit von Ärzten und Polizei bei der Aufklärung solcher Gewaltdelikte vereinfacht.

Die Betroffenen können sehr präzise Angaben zum Verlauf der Tat und den körperlichen Folgen machen“, sagte jetzt Angela Wagner von der Beratungsstelle Frauennotruf. Die Einrichtung, die seit über 25 Jahren existiert, hat die Durchsetzung des Dokumentationsbogens begleitet. Ihr Haupttätigkeitsfeld ist die Hilfe für Frauen und Mädchen, die in Gewaltsituationen geraten sind und keinen Ausweg finden.

Ergänzt wird das Formular durch ein Untersuchungs-Set für eine gerichtsverwertbare Sicherung von Spuren. Die Tatsache, dass andere Bundesländer Interesse an Bogen und Set zeigten, beweise, wie notwendig diese Neuerung gewesen sei, so Wagner.

Die Zahl der Anfragen beim Frauennotruf ist in den letzten Jahren ständig gestiegen: Im vergangenen Jahr wurden 726 Anfragen gezählt, 22 mehr als im Vorjahr. Dabei sei besonders die Zahl der Frauen und Mädchen gestiegen, die sich wegen Vergewaltigung und Übergriffen nach sogenannten k.o.-Tropfen an die Beratungsstellen wandten, hieß es. Dabei waren die Täter nicht immer Fremde, sondern oft auch den Opfern bekannte Männer. Eine leichte Steigerung habe es bei Anfragen zum Thema Zwangsverheiratung gegeben.

In dem Tätigkeitsbericht 2006-2008 wird als Hauptprojekt für das laufende Jahr die Aufklärung von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern zum Thema „digitale Gewalt“ genannt. Das Problem nehme zu. „Es gibt zahlreiche Mädchen, die im Internet gemobbt werden, aber nicht wissen, dass damit eine strafbare Handlung vollzogen wird“, erklärt Wagner. Bilder von intimen Situationen, die ohne Einverständnis veröffentlicht werden, Schmährufe, ganze Gruppen, die sich plötzlich und willkürlich gegen eine Person wendeten, seien Zeichen für die Hetzjagd im Internet. „Die beteiligten Jugendlichen müssen sowohl über psychische als auch rechtliche Konsequenzen solcher Aktionen aufgeklärt werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einsicht schnell erfolgt, wenn auf die Folgen aufmerksam gemacht wird“, so Wagner. Frauennotruf Frankfurt: 069 - 70 94 94.

www.frauennotruf-frankfurt.de

Quelle: op-online.de

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