Ein neues Hochhaus für Frankfurts Skyline

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Aus dieser Grube soll ein 170 Meter hohes Gebäude wachsen.

Frankfurt - Vom Krankenlager direkt in den Käfig: Wenn es um ihre Stadt geht, kennt die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) keine Scheu. Kälte übrigens auch nicht. Von Christian Riethmüller

Bei ihrem ersten offiziellen Termin nach dreiwöchiger Krankheit wegen einer Lungenentzündung stieg Roth gestern nicht nur in einen an einem gewaltigen Kran hängenden Käfig, um sich zu einem zehn Meter hohen Gerüst inmitten einer großen Baugrube befördern zu lassen. Sie harrte dort in luftiger Höhe auch eine Dreiviertelstunde lang aus.

So wird der TaunusTurm nebst Wohnturm aussehen.

Roths gewagter Einsatz an einer Großbaustelle an der Ecke Taunustor/Neue Mainzer Straße hatte selbstverständlich seinen besonderen Grund. Die Grundsteinlegung für den 170 Meter hohen TaunusTurm, der dort bis Dezember 2013 fertiggestellt werden soll, war nicht nur die letzte Grundsteinlegung für ein Hochhaus in Roths im Sommer endender Amtszeit. Die Teilnahme am Festakt gestern Mittag durfte man auch als Respektbezeugung vor den Chefs des amerikanischen Projektentwicklers Tishman Speyer sehen, der gemeinsam mit der Commerzbank-Tochter Commerz Real das Gebäude baut. Roth und Seniorchef Jerry Speyer, dessen Vater in Frankfurt geboren wurde, sind miteinander befreundet.

Frankfurt-Triologie vor Vollendung

Außerdem hat das 1978 gegründete Unternehmen Tishman Speyer stets großes Interesse am Frankfurter Immobilienmarkt gezeigt und lässt nun nach dem von Helmut Jahn entworfenen Messeturm (eröffnet 1990) und dem von Christoph Mäckler geplanten Opernturm (eröffnet 2009) bereits das dritte Hochhaus in der Stadt errichten. Bauherr Rob Speyer sprach daher gestern von der „Frankfurt-Trilogie“, die nun vollendet werde.

Oberbürgermeisterin Petra Roth bei der Grundsteinlegung.

Geplant wird der TaunusTurm vom Frankfurter Architektenbüro „Gruber + Kleine-Kraneburg“, das auf dem Gelände, auf dem früher die Rheinischen Hypothekenbank ihren Sitz hatte, ein 40-stöckiges Gebäude mit abgeschrägtem Dach und heller Natursteinfassade errichten will. Als erster Frankfurter Hochhausneubau soll der Turm nach dem internationalen Standard LEED Platinum zertifiziert werden, also als vorbildliches Niedrigenergie-Projekt gebaut werden, bei dem in jedem Detail auf nachhaltige Lösungen gesetzt wird, teilten die Bauherrn mit.

Als erstes Hochhaus an der Neuen Mainzer Straße wird der TaunusTurm, der rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche bieten soll, seinen Eingangsbereich hin zu den alten Wallanlagen und damit zum Frankfurter Grüngürtel geöffnet haben. Ein Teil des Grundstücks soll genutzt werden, um die Wallanlage zu erweitern und mit einer Promenade entlang der gesamten Gebäudereihe zu erschließen.

Direkt neben dem TaunusTurm soll außerdem ein 60 Meter hoher Wohnturm mit rund 40 Wohnungen entstehen, der gleichfalls zu den Wallanlagen hin orientiert ist. Beide Gebäude werden sich eine Tiefgarage mit 350 Stellplätzen teilen.

Quelle: op-online.de

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