Frankfurt und Region wollen gezielter werben

Neues Konzept fürs Marketing

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Frankfurt - „Eine Telefonnummer. Eine Adresse“. Mit diesem Slogan umschreibt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Erwartung an das internationale Standortmarketing für die Rhein-Main-Region. Von Christian Riethmüller

Ausländische Unternehmen, die sich für die Region interessieren, sollen einen verlässlichen Ansprechpartner haben. Diesem Ziel wollen die Gesellschafter der fürs Marketing zuständigen FrankfurtRheinMain GmbH (FRM) nun mit einer Neuordnung der Gesellschaft erreichen. Wie Peter Feldmann als Aufsichtsratchef der FRM gestern in Frankfurt sagte, hat die Gesellschaft bei einer Sitzung am vergangenen Freitag einstimmig ein entsprechendes Konzept beschlossen. Eine neue Strategie für die FRM war auch nötig geworden, weil das Land Hessen und einige Kommunen ihre Mitgliedschaft in der Gesellschaft aufgekündigt hatten. Zudem gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung der FRM. Hartmut Schwesinger, langjähriger FRM-Chef, der nächste Woche verabschiedet wird, hat das Zepter an Eric Menges übergeben.

Menges steht den auch für das neue FRM-Konzept, mit dem zielgerichteter um die Ansiedlung ausländischer Unternehmen aus klar definierten Branchen geworben werden soll. Nach festgelegten Kriterien sollen zunächst fünf oder sechs geeignete Länder ausgesucht werden, in denen dann offensiv für die Standortvorteile der Rhein-Main-Region geworben wird, die sich etwa als europäischer Verkehrsknotenpunkt präsentieren kann. In welchen Ländern genau diese Marketingoffensive gestartet wird, ist nach Angaben von Menges noch nicht festgelegt, doch dürften wahrscheinlich die USA, China und Indien dazugehören. Eine boomende Wirtschaftsnation wie Brasilien hingegen muss nicht zwangsläufig dazugehören, weil es nicht so viele Überschneidungen bei den für Rhein-Main bedeutsamen Branchen gibt.

Derzeit hat die FRM 20 Gesellschafter, die das jährliche Budget von 3,5 Millionen Euro mit ihren Beiträgen aufbringen. Peter Feldmann ist optimistisch, dass die Gesellschaft keine Mitglieder mehr verliert. Nach Vorstellung des neuen Konzepts hätten auch austrittswillige Kommunen wie der Main-Kinzig-Kreis, Hanau und Wiesbaden angekündigt, doch an Bord bleiben zu wollen, berichtet er. Städte wie Aschaffenburg und Idstein wollten fortan mittun und Offenbach sowie andere Gemeinden, die unter den Kommunalen Schutzschirm geschlüpft seien und deshalb eigentlich regionale Gesellschaften aus Kostengründen verlassen müssten, hofften gleichfalls auf die „eine Telefonnummer und die eine Adresse“.

Feldmann und Ludger Stüve (SPD), Direktor des Regionalverbands Frankfurt RheinMain, verwiesen auf die Landtagswahl im September, nach der sich manche Finanzierungsfrage lösen könnte. Möglicherweise beteiligt sich das Land über die Hessen Agentur an der FRM.

Quelle: op-online.de

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