Neues Parkhaus am Flughafen

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Das Computerbild zeigt links neben dem Airrail Center das Parkhaus mit der auffälligen Weltkarte. Die beiden Gebäude sollen mit einer „Skylink“ genannten Brücke verbunden werden. Das Parkhaus soll auf neun Ebenen 2500 Stellplätze bieten.

Frankfurt/Rhein-Main - In unmittelbarer Nähe zum Airrail Center am Frankfurter Flughafen darf ein großes Parkhaus errichtet werden: das „Airrail Parking“. Von Christian Riethmüller

Das „Airrail Parking“ genannte Gebäude soll auf einem westlich des Airrail Center gelegenen Grundstück zwischen Autobahn 3 und Bundesstraße 43 errichtet werden und bis zu 2500 Stellplätze bieten. Die beiden Gebäude sollen mit einer Brücke verbunden werden.

Wie der Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt, Markus Frank (CDU), und der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer, Olaf Cunitz, gestern am Flughafen bekanntgaben, hat sich die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt darauf verständigt, dem Bauvorhaben zuzustimmen, das von den Grünen erst zurückhaltend bewertet worden war. „Konkrete Anfragen“ von Unternehmen, die sich für den Standort Airrail Center interessieren, eine positive Entscheidung aber von einer ausreichenden Anzahl Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Centers abhängig machen, hätten die Grünen nun bewogen, dem Projekt zuzustimmen, sagte Cunitz. Die Koalition strebe an, das Parkhaus nach Paragraph 34 des Baugesetzbuchs zu genehmigen, sagte Frank. Wenn sich ein Neubau in Größe und Gestalt an der Umgebung orientiert, kann mit einer Genehmigung nach diesem Paragraphen ein möglicherweise langwieriges Bebauungsplanverfahren vermieden werden.

2011 soll der Bau fertig sein

Den Plänen des Darmstädter Architekturbüros Lengfeld & Willisch zufolge soll das Parkhaus über neun Parkebenen verfügen. Das Dach soll begrünt werden, Regenwasser umweltgerecht über das Gründach und ein Versickerungsbecken versichern. Die Baueingabe ist für Ende diese Jahres geplant. Im dritten Quartal 2011 soll der Bau fertiggestellt sein.

Die Kapazität von 2500 Stellplätzen richte sich nach der Zahl der Arbeitsplätze, die im Airrail Center geschaffen werden, sagte Cunitz. Es habe zwar verschiedentlich den Wunsch nach einem wesentlich größeren Stellplatzangebot gegeben, doch müsse „das Parkangebot im sachlichen Zusammenhang zum Airrail Center selbst stehen“, so Cunitz, der die Absicht der Bauherren lobte, über das geforderte Maß hinaus Ausgleichsmaßnahmen für die Flächenversieglung durch den Parkhausbau durchzuführen. Hier ist zwar noch kein konkretes Projekt beschlossen, doch könnte das Konsortium, dass das Airrail Center betreibt, etwa die Renaturierung des Mainufers im Frankfurter Westen finanziell unterstützen.

Viele Büroflächen im Center sind noch frei

Welche Unternehmen solch deutliche Absichten geäußert haben, ins Airrail Center zu ziehen, wenn nur die Parkplatzsituation hinreichend geklärt ist, wollten weder Frank und Cunitz noch Airrail-Geschäftsführer Jens Dörrie gestern verraten. Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Freitag zufolge, soll die Logistiktochter der Deutschen Bahn, DB Schenker, zu den Mietinteressenten gehören. Das Unternehmen hat gerade einen neuen Luftfracht-Europa-Hub in der zum Frankfurter Flughafen gehörenden Cargo City Süd errichtet, der am Montag eröffnet wird. Bestätigt wurde ein Interesse von DB Schenker aber nicht.

Die plötzliche Entscheidung, den Bau des Parkhauses zu genehmigen, die nach Cunitz‘ Angaben übrigens nichts mit einem anderen Bauprojekt im Frankfurter Stadtteil Ginnheim zu tun haben soll, könnte daher auch eine strategische sein. Die Betreiber und Vermarkter des Airrail Centers, zu denen der Flughafenbetreiber Fraport und der Bonner Immobilienkonzern IVG Immobilien AG gehören, haben nun ein weiteres Ass im Wettbewerb mit anderen Standorten in Deutschland und Europa im Ärmel.

Denn noch ist ein erklecklicher Anteil der Bürofläche im Center frei. Als Mieter stehen bisher das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG fest, das im Airrail Center seine Europazentrale einrichten wird. Die Hilton-Gruppe will gleich zwei Hotels in dem 660 Meter langen und 45 Meter hohen Gebäudekomplex unterbringen. Außerdem werden gewiss ein Facharztzentrum sowie verschiedene Gastronomiebetriebe und Einzelhändler in die Immobilie gegenüber des Terminals 1 des Flughafens ziehen.

Quelle: op-online.de

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