Kommentar: Neues Schlagloch

Offenbach - Endlich! In der Diskussion um die Zukunft der 15 hessischen Schulämter hat Kultusministerin Dorothea Henzler Details genannt: Alle Standorte bleiben erhalten, kündigte sie an. Die Ämter würden aber umstrukturiert.  Von Peter Schulte-Holtey

Mit anderen Worten: Möglicherweise fallen Stellen weg. Damit deutet sich schon das nächste Schlagloch auf dem Weg zur verlässlichen Schulreform an.

Vorläufig kann die FDP-Politikerin zwar etwas Druck aus dem Kessel nehmen. Auch das kräftige Rumoren beim Koalitionspartner CDU in Wiesbaden war ja unüberhörbar. Doch wie soll es jetzt weiter gehen? Das Kultusministerium will das Modell in den Sommerferien weiter präzisieren und im August den Fraktionen zur Beratung und Entscheidung vorlegen. Hessens Schulen werden also mit einer großen Unsicherheit ins neue Schuljahr starten, obwohl sie das Projekt „Selbstständige Schule“ meistern sollen. Sie benötigen jede Menge Unterstützung auf diesem Weg, deswegen müssen die Strukturen der Schulämter auch weiter gestärkt werden. Denn je mehr Zeit Schulleitungen künftig für haushaltstechnische und personalrechtliche Fragen aufwenden müssen, desto weniger Spielraum haben sie für die pädagogische Arbeit.

Wenn das neue Schuljahr beginnt, brauchen die Schulen, vor allem mit Blick aufs neue Schulgesetz und das Lehrerbildungsgesetz, Schulämter, die ein verlässlicher und arbeitsfähiger Partner sind. Damit ist aber im August nicht zu rechnen.

Ausbaden müssen diese Fehlplanungen wieder einmal völlig verunsicherte Lehrer, Eltern und Schüler.

Quelle: op-online.de

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