„Ground Based Augmentation System“

Neues Anflug-System soll Fluglärm reduzieren

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Demonstration am Frankfurter Flughafen.

Frankfurt - Im Slalom auf den Frankfurter Flughafen zufliegen - um Siedlungen herum, damit es dort leiser wird. Das ist für die Luftfahrt noch Zukunftsmusik. Aber technische Vorbereitungen werden getroffen.

Der Anflug auf den Frankfurter Flughafen soll genauer und in einigen Jahren auch leiser werden. Fraport-Chef Stefan Schulte und Klaus-Dieter Scheurle, Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung (DFS), unterzeichneten am Dienstag einen Kooperationsvertrag zur Errichtung der satellitengestützten Präzisionsanflughilfe "Ground Based Augmentation System" (GBAS). Diese Technik arbeitet mit GPS und wird erstmals an einem großen europäischen Luftdrehkreuz eingesetzt.

Gegenüber dem Instrumentenlandesystem (ILS), das ankommende Maschinen auf einer geraden Linie zur Landebahn führt, hat GBAS neben technischen auch wirtschaftliche Vorteile. Anstelle von mehreren Bodenstationen ist nun nur noch eine für alle Bahnen nötig.

Ab dem Jahr 2014 in Betrieb

Unmittelbar wird das neue System, das ab dem Jahr 2014 in Betrieb gehen soll und rund fünf Millionen Euro kostet, keine Entlastung beim Fluglärm in der Umgebung bringen. In absehbarer Zeit soll der Anflugwinkel auf allen Landebahnen von derzeit drei auf 3,2 Grad angehoben werden.

Das werde Lärmentlastung für Umlandgemeinden wie Neu-Isenburg, Rüsselsheim oder Raunheim bringen, sagte Schulte. Langfristig sollen besonders betroffene Regionen auch in verkehrsstarken Zeiten in Kurven umflogen werden können - aber "das wird ein paar Jahre dauern", erklärte Schulte. Als Ziel nannte er "noch in diesem Jahrzehnt".

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Flugzeuge brauchen für GBAS allerdings eine besondere Ausrüstung, über die bisher nur der Airbus A 380 und die Boeing 747-8 verfügen. DFS-Chef Scheurle appellierte an die Fluggesellschaften, die Technik rasch in ihre Maschinen einzubauen. "Eine Bodenstation macht nur Sinn, wenn auch Flugzeuge die Technik an Bord haben."

Die hessische Landesregierung begrüßte die Vereinbarung: "Damit wird ein weiterer Punkt der Allianz für mehr Lärmschutz umgesetzt", sagten Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) und Bundesratsminister Michael Boddenberg (CDU) laut Mitteilung. Die neuen Möglichkeiten, Siedlungen zu umfliegen und steiler anzufliegen, entlasteten die am meisten vom Fluglärm betroffenen Bürger in der unmittelbaren Nachbarschaft.

dpa

Quelle: op-online.de

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