Eigene Tante getötet: Neuneinhalb Jahre Haft

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Ein 51 Jahre alter Mann, der seine eigene Tante getötet hat, ist am Freitag vom Landgericht Frankfurt zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Frankfurt - Ein 51 Jahre alter Mann, der seine eigene Tante getötet hat, ist am Freitag vom Landgericht Frankfurt zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht ging von Totschlag aus und ordnete an, den alkoholabhängigen Mann in einer Entziehungseinrichtung unterzubringen. Der Mann hatte seine 71 Jahre alte Tante - Schwester seiner Mutter - im Mai 2009 in der gemeinsam Wohnung in Frankfurt-Dornbusch mit einer schweren Bratpfanne geschlagen und danach erstochen.

Erst eine Woche später wurde der bereits verweste Leichnam gefunden. Das Motiv für die Gewaltattacke blieb vor Gericht weitgehend im Dunkeln. „Das Verfahren war wieder ein eindrucksvoller Beleg dafür, was Alkohol in einem Menschen anrichten kann“, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Drescher in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte war nach der Auswanderung seiner Mutter nach Amerika von der Tante in behüteten Verhältnissen erzogen worden, hatte geheiratet und eine gute berufliche Positionen als technischer Zeichner gehabt. Erst der zunehmende Alkoholkonsum brachte ihn aus der Bahn.

„Er verlor wegen Kleinigkeiten völlig die Fassung“, stellte Drescher fest. Auch bei seinen Angriff auf die Tante, die er nach eigenen Angaben geliebt hat, habe dies möglicherweise eine Rolle gespielt. Im Strafmaß wertete die Schwurgerichtskammer die eingeschränkte Schuldfähigkeit strafmildernd. Trotz der starken Alkoholisierung müsse sich der Mann allerdings einen bedingten Tötungsvorsatz anrechnen lassen.

dpa

Quelle: op-online.de

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