„Nicht alles auf Südbahn“

Frankfurt (mic) - Der Vorsitzende der Fluglärm kommission (FLK) und Bürgermeister der Stadt Raunheim, Thomas Jühe (SPD), hat eindringlich vor unüberlegten Vorschlägen in der Fluglärmdebatte gewarnt.

Gerade im Umfeld der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt würden aus wahltaktischen Erwägungen Vorschläge präsentiert, „die weder ausreichend geprüft sind, noch den vom Forum Flughafen und Region sowie der Fluglärmkommission erarbeiteten objektiven Kriterien entsprechen“, so Jühe. Der Vorsitzende der FLK spricht sich vehement gegen Vorschläge einiger Politiker aus, den Flugbetrieb von der neuen Nordwest-Landebahn ohne weitere Prüfung größtenteils auf die Südbahn zu verlegen, um Frankfurt zu schonen. Hierdurch würden die immer schon extrem hoch belasteten Bewohner der Anfluggrundlinien auf die Südbahn, also Neu-Isenburg, Rüsselsheim, Raunheim etc. zu Gunsten der Neubetroffenen im Frankfurter Süden und Flörsheim noch einmal zusätzlich belastet. Speziell in der Region Offenbach belastet der Betrieb der Südbahn außer Neu-Isenburg den südlichen Teil von Offenbach, Hanau-Steinheim und Rodenbach. Dabei sei zu beachten, dass schon jetzt besonders schwere Maschinen wie die A380, die B747 oder die MD 11 ausschließlich auf der Südbahn landen dürften. Zudem hätten die unter dem Anflug auf die Südbahn lebenden Menschen keinerlei Sicherheit, dass das vorläufige Nachtflugverbot dauerhaft bestehen bleibe.

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Gerade das Kriterium, die Anzahl von hoch Belasteten durch Fluglärmmaßnahmen nicht noch weiter zu erhöhen, sei sowohl von den Mitgliedern der Fluglärmkommission als auch des Expertengremiums Aktiver Schallschutz als unverzichtbar anerkannt, warnt Jühe. Darüber hinaus müsse jede Maßnahme vorab anhand des Fluglärmindexes auf seine Wirkungen überprüft werden. Der Index sei, von Wissenschaftlern entwickelt, auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst und beruhe auf anerkannten Lärmwirkungsstudien. „Das Thema Fluglärm ist für die Region zu wichtig, als es parteipolitischem Kalkül für etwaige anstehende Wahlen zu opfern“, appelliert Jühe an die Verantwortlichen.

Quelle: op-online.de

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