Nicht jeder sollte sich impfen lassen

Offenbach - (ks/fel) Was jetzt bei Reaktionen auf die Schweinegrippe beachtet werden sollte:

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Nun soll schnell ausreichend viel Impfstoff produziert werden. Die Zulassung des Impfstoffs läuft in einem beschleunigten Verfahren. Weil die Erkrankungen in Deutschland bislang milde verlaufen, fragen Kritiker, ob das Verfahren angemessen ist. Sie befürchten, dass vorab zu wenig auf Nebenwirkungen untersucht wird.

Wieso sind stärkere Nebenwirkungen als bei der saisonalen Grippeimpfung denkbar?

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Eine Überlegung betrifft die Produktion: Um aus dem Erreger-Material mehr Impfstoff herstellen zu können, wird mit Substanzen gearbeitet, die die Immunantwort verstärken. Laut Paul-Ehrlich-Institut werden nach dem Spritzen solcher Impfstoffe stärkere Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle und ausgeprägtere Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen beobachtet.

Was sagt das Institut zur Sicherheit der Impfungen?

Die Sprecherin des Instituts betont: „Es liegen breite Erfahrungswerte für die Verstärkersubstanzen vor.“ Die Hersteller hätten sie bereits für andere Impfstoffe getestet. „Ganz, ganz seltene Nebenwirkungen“ könne man mit „keiner klinischen Studie der Welt“ vorab herausfinden. Es werde ein enges Überwachungssystem geben.

Soll ich mich impfen lassen?

Der Impfstoff ist noch nicht verfügbar. Wenn es so weit ist, gilt es, die Probleme einer Impfung gegen die Gefahren einer Schweinegrippe-Erkrankung abzuwägen. Die WHO meldet, dass chronisch Kranke und Schwangere ein höheres Risiko haben können.

Sollten nicht gerade Schwangere vorsichtig mit der neuen Impfung sein?

Hans W. Doerr, Virologe an der Universität Frankfurt, sagt: „Am besten impft man vor einer geplanten Schwangerschaft, die erfahrungsgemäß eine leichte Absenkung der Immunabwehr mit sich bringt.“ Bei einer Impfung in der Schwangerschaft müsse der Arzt Nutzen und Risiko sorgfältig bedenken.

Wer sollte sich bei einer Schweinegrippe-Erkrankung mit Tamiflu oder Relenza behandeln lassen?

Tamiflu und Relenza sollen nur zurückhaltend eingesetzt werden“, betont Doerr. Helmut Fickenscher, Virologe an der Universität Kiel, sagt, die meisten Menschen, die jetzt die Schweinegrippe aus Spanien mitbrächten, bräuchten die Mittel nicht. Sinnvoll seien die Medikamente für Patienten mit Vorerkrankungen, wie Asthma oder Diabetes. Die Mittel müssten frühzeitig nach dem plötzlichen Beginn der Schweinegrippe-Symptome gegeben werden: „Wenn man antivirale Medikamente zu spät und womöglich noch in falscher Dosierung einsetzt, züchtet man nur resistente Viren.“

Welche Vorsorgemaßnahmen kann ich treffen?

Wichtig sind wie bei allen Viruserkrankungen allgemeine Hygienemaßnahmen, wie mehrmals täglich Händewaschen, Niesen und Husten in die Armbeuge (und nicht in die Hände), auf Händeschütteln verzichten und möglichst größere Menschenansammlungen vermeiden. Grundsätzlich kann eine gesunde Lebensweise (vitaminreiche Kost, regelmäßig Sportaktivität) die Symptome einer möglichen Erkrankung abschwächen.

Quelle: op-online.de

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