Nichts dran an Gerüchten um Posch-Rücktritt

Dieter Posch

Wiesbaden - Sowohl FDP-Parteichef Jörg-Uwe Hahn als auch das Wirtschaftsministerium haben gestern einen Bericht der Bild-Zeitung zurückgewiesen, Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) wolle im Oktober zurücktreten. „An den Haaren herbeigezogen“, nannte Hahn die Spekulation. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Posch selbst sagte unserer Zeitung auf die Frage nach Rücktrittsabsichten nur „Sehe ich so aus?“ Er sei gerne Minister und werde sich an Spekulationen nicht beteiligen.

In der Landeshauptstadt freilich war kaum jemand überrascht. Hatte nicht jeder schon mal gehört, dass der Minister, der im Oktober 67 Jahre alt wird, nicht bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben will? Die gestrige Schlagzeile wäre in diesem Fall wohl eher ungelegen gekommen, führte sie doch umgehend zu Nachfolge-Spekulationen. Genannt werden an erster Stelle Fraktionschef Florian Rentsch (36) und dann Nicola Beer (41) aus Frankfurt, zur Zeit Staatssekretärin im Justizministerium. Beide könnten Interesse daran haben, sich vor der nächsten Landtagswahl auf einem Ministerposten zu profilieren. Beer gilt dabei als Wunschkandidatin von FDP-Chef Hahn, Rentsch als Mann der Fraktion. Posch selbst dürfte 2013 wahrscheinlich kaum wieder antreten.

Wenig erquicklich war die Spekulaton des Boulevard-Blattes allerdings für Nicola Beer, denn berichtet wurde auch über Zoff bei der Hessen-Agentur. Deren Chef Jürgen Illing ist ihr Lebensgefährte. Die Staatskanzlei bestätigte gestern die Existenz eines anonymen Briefes an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), ohne sich zu dessen Inhalt zu äußern. Laut „Bild“ wird darin heftige Kritik an Illing geübt. Unter anderem habe er Reisen kostenpflichtig verschoben oder storniert, um Beer öfter zu sehen. Die Rede ist außerdem von Mobbing, der „Förderung falscher Mitarbeiter“ und „schlechter Stimmung“.

Poschs Sprecherin Ulrike Franz-Stöcker sagte, Illing sei aufgefordert worden, gegenüber dem Aufsichtsrat der Hessen-Agentur zu den Vorwürfen von „Bild“ Stellung zu nehmen. Posch ist Vorsitzender des Gremiums.

Auch die Oppositionsfraktionen riefen sofort nach Aufklärung. Posch selbst hatte erst kürzlich verlauten lassen, dass er die Tochtergesellschaft des Landes umstrukturieren und möglicherweise für weitere Gesellschafter öffnen wolle. Fest stehe aber noch nichts.

Quelle: op-online.de

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