No-Pegida-Demo in Wiesbaden

Rund 10.000 Menschen auf der Straße

+

Wiesbaden/Kassel - In Dresden hatte die Polizei die Pegida-Demonstration und alle anderen Kundgebungen wegen einer Terrorwarnung verboten. In Hessen gingen jedoch zahlreiche Bürger gegen Pegida auf die Straße.

Gegen die islamkritische Bewegung Pegida haben gestern Abend in Wiesbaden rund 10.000 Menschen protestiert. „Mit der Demo setzen wir ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit, Demokratie und Solidarität“, sagte der Initiator Lex Hoogstad bei der Auftaktkundgebung. Zu der No-Pegida-Demonstration in der Landeshauptstadt hatten sich zahlreiche Gruppen angekündigt. Gerechnet worden war mit etwa 5000 Teilnehmern. „Wiesbaden ist unsere Stadt, egal, ob wir alteingesessen oder neu hinzugezogen sind. Wir alle sind hier zuhause“, sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD).

Die Haltung von Pegida brauche ein deutliches Nein. Zum Protest angekündigt hatten sich auch Kirchen, die Jüdische Gemeinde, die Gewerkschaften, Vertreter der Parteien im Wiesbadener Rathaus sowie die Arbeitsgemeinschaft Muslimischer Gemeinden und die Türkische Gemeinde. In Kassel gingen laut Polizei rund 550 Demonstranten gestern Abend gegen eine zeitgleich stattfindende Kundgebung der islamkritischen Bewegung von Kagida („Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“) auf die Straße - mehr als angemeldet. An dem Pediga-Ableger nahmen fast 200 Menschen teil. Wegen einer Terrordrohung von Islamisten gegen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) waren in Dresden alle Versammlungen unter freiem Himmel für Montag verboten worden. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) distanzierte sich von dem Ruf „Wir sind das Volk“ auf Demonstrationen von Pegida.

Bilder von der Demo in Wiesbaden

Protest in Wiesbaden gegen Pegida-Bewegung

Bei der Präsentation eines Zeitzeugenprogramms der Landesregierung anlässlich des 25. Jahrestags der Deutschen Wiedervereinigung sagte Bouffier in Wiesbaden, dieser Ruf sei unerträglich und eine Verhöhnung der Opfer zu DDR-Zeiten. Der Unterschied zwischen den Menschen in der DDR, die in der SED-Diktatur gelebt und auf den Montagsdemonstrationen „Wir sind ein Volk“ gerufen hätten, und den Pegida-Demonstranten sei sehr groß.

dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare