Nowitzki lässt Hintertürchen offen

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Dirk Nowitzki (rechts) bei einer Einlage mit Tischtennis-Star Timo Boll. In der Mitte Moderator Klaus Gronewald.

Frankfurt - Dass er herausragt, ist nicht nur seiner Körpergröße von 2,13 Metern geschuldet. Dirk Nowitzki ist ein Riese - körperlich, aber auch menschlich. Das bestätigen alle, die regelmäßig mit dem weltweit momentan wohl bekanntesten deutschen Sportler zu tun haben. Von Christian Düncher

Und das zeigte sich auch beim „Audi Star Talk“, der am Montag in Frankfurt aufgezeichnet und gestern im Fernsehen auf Sport1 ausgestrahlt wurde.

Obwohl eine äußerst anstrengende Saison mit alleine 94 Spielen in der Nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA hinter ihm liegt und er nach eigener Aussage erst jetzt mal richtig zum Entspannen kommt, gab der gebürtige Würzburger vor rund 500 geladenen Gästen im „Audi Ring“ auf dem Freigelände der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) bis kurz vor Mitternacht geduldig Autogramme und posierte für Erinnerungsfotos. Nötig hätte es „Dirkules“ nicht. Denn sein Bekanntheitsgrad und somit auch sein Marktwert sind eigentlich nicht mehr zu toppen.

Doch Nowitzki hat die Bodenhaftung trotz aller Erfolge nicht verloren. Im Gegenteil. Der deutsche „Super-Superstar“, wie ihn Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern München , unlängst nannte, bekennt sich offen und gerne zu seinen Wurzeln. Den Empfang in Würzburg nach dem Gewinn des NBA-Titels mit den Dallas Mavericks im Juni werde er „nie vergessen“, betonte Nowitzki, für den es eine riesengroße Ehre gewesen sei, bei den Olympischen Spielen 2008 deutscher Fahnenträger gewesen zu sein.

„Muss schauen, ob Körper mitspielt“

Ob er allerdings auch weiterhin für die Nationalmannschaft auflaufen wird, ließ der bereits seit 1998 für die Mavericks spielende NBA-Champion offen. Er sei nach dem „frustrierenden Ausscheiden“ bei der EM und der damit verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London „noch nicht zurückgetreten“, habe aber auch „nicht gesagt, dass ich bleibe“, erklärte der Blondschopf, der erstmal abwarten will, wie er die kommende Saison verkraftet. „Ich bin jetzt 33 Jahre alt geworden, habe 13 lange Jahre in der NBA hinter mir. Jetzt muss ich schauen, wie der Körper da mitspielt.“

Vielleicht könne man sich danach zusammensetzen und über die Zukunft in der Nationalmannschaft reden. Nowitzki stellte zugleich klar: „Spaß habe ich immer mit dem Team.“

Dagegen wollte Deutschlands bester Basketballer die Kritik seines Mentors und Förderers Holger Geschwindner an Bundestrainer Dirk Bauermann nicht kommentieren. Es sei nicht seine Art, öffentlich nachzukarten. Die EM müsse intern aufgearbeitet werden - ohne die Medien, sagte Nowitzki, der den deutschen Basketball grundsätzlich auf einem guten Weg sieht: „Talente sind genug vorhanden“, meint er. Man müsse sie nur richtig fördern. „Für einen 16-, 17-, oder 18-Jährigen gibt es kein besseres Training als Spiele, in denen man sich mit Besseren messen kann.“ An ausbaufähigen Konzepten mangele es nicht. „Man muss sie in den nächsten Jahren einbringen.“

Dass er aufgrund des Streiks in der NBA diese Saison selbst in der Bundesliga spielen wird, sei allerdings unwahrscheinlich, betonte Nowitzki. Denn in Deutschland kommen nur drei Vereine in Frage - Bayern München, Alba Berlin und Bamberg. „Wenn ich mich für einen entscheide, wären die anderen beiden sauer“, weiß der 33-Jährige, Aber: „Man soll nie nie sagen.“

Quelle: op-online.de

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