NSU-Untersuchungsausschuss

Polizisten mit Kontakten zu Rechtsextremen 

Wiesbaden - Ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes soll in den Kasseler NSU-Mord verwickelt sein. Nun werden auch Kontakte von Polizisten zu rechtsextremen Netzwerken in Kassel bekannt.

Nach einem Pressebericht über frühere rechtsextreme Kontakte von nordhessischen Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geheimnisverrats. In dem Fall könnten Dienstgeheimnisse weitergegeben worden sein, sagte der Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft, Oliver Kuhn, und bestätigte Angaben des "Wiesbadener Kurier" vom Freitag. Die Zeitung hatte bereits am 21. Juli über Verbindungen der Beamten zum inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour" berichtet. Geplant sei, die Polizisten deswegen vor den NSU-Ausschuss im Landtag zu laden, hieß es damals ohne Angabe einer konkreten Quelle.

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Das parlamentarische Gremium untersucht Fehler der Behörden im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Mord der rechtsextremen Terrorgruppe NSU im April 2006 in Kassel. Damals wurde der Internetcafé-Besitzer Halit Yozgat erschossen. Das 2000 verbotene Netzwerk "Blood and Honour" war in Kassel sehr aktiv. Dies hatte immer wieder zu Spekulationen über eine Kooperation mit dem NSU-Trio bei dem Mord geführt. Die Initiative zum Verfahren sei von der Landespolizei ausgegangen, sagte Kuhn der Deutschen Presse-Agentur. Man stehe aber erst am Anfang der Ermittlungen. Ermittelt werde gegen Unbekannt. (dpa)

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Quelle: op-online.de

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