NSU-Skandal in Hessen

Neonazi bekam Geld vom Land Hessen

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Bild aus dem NSU-Prozess in München,

Wiesbaden - Das Land Hessen hat einem rechtsextremen ehemaligen V-Mann die Spesen für den NSU-Prozess gezahlt. Außerdem ist von einem ominösen "Vorbereitungstreffen“ die Rede, für das der Neonazi ebenfalls Geld erhielt.

Hessen hat dem Kasseler Neonazi und ehemaligen V-Mann Benjamin G. fast 400 Euro an Spesen für seine Zeugenaussage im Münchner NSU-Prozess Ende 2013 bezahlt. Es handle sich bei den 396,17 Euro um Tagegeld und Fahrtkosten, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) heute im Landtag. 200 Euro seien dabei in ein "Vorbereitungstreffen" geflossen. Dazu nannte Beuth im Innenausschuss keine Details. Wie viel Geld Hessen für einen Anwalt des Ex-V-Manns zahlte, konnte der Innenminister auch nicht sagen.

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Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte bereits im November 2011 entschieden, dem V-Mann einen Rechtsbeistand zur Verfügung zu stellen. Benjamin G. war in Kassel Informant des Verfassungsschutzes von 2003 bis 2007. Sein Verbindungsmann Andreas T. war im April 2006 in einem Internetcafé kurz vor oder während der Tat anwesend, als der deutsch-türkische Besitzer Halit Yozgat vom rechtsterroristischen NSU erschossen wurde. Der Verfassungsschützer T. - zeitweise auch tatverdächtig - hatte vor der Tat mit seiner rechtsextremen Quelle Benjamin G. telefoniert. Dies hat für viele Spekulationen gesorgt. (dpa)

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Quelle: op-online.de

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