NSU-Ausschuss hört Chef des Verfassungsschutzes an

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Lutz Irrgang, ehemaliger Vorsitzender des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz.

Wiesbaden - Nach dem NSU-Mord in Kassel im April 2006 hat Hessens oberster Verfassungsschützer den Tatverdacht gegen einen seiner Mitarbeiter nach eigenen Worten nicht auf die leichte Schulter genommen.

Vor dem Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags widersprach der frühere Landesamt-Präsident Lutz Irrgang heuteden Aussagen leitender Ermittler. Es sei eine "peinliche Angelegenheit" gewesen, sagte Irrgang. Die Kripochefs hatten intern dem Verfassungsschutz mangelndes Interesse und fehlende Kooperation bei der Aufklärung des Mordes am dem deutsch-türkischen Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat vorgeworfen. Der Mord wird heute der Attentatsserie des rechtsterroristischen NSU zugeschrieben. Damals war am Tatort auch der Kasseler Verfassungsschützer Andreas Temme. Nach eigenen Angaben surfte er privat im Internet.

Von der Tat habe er nichts bemerkt. Die Ermittlungen wurden später zwar eingestellt. Der Ausschuss will Pannen bei den Ermittlungen aufklären. Es geht dabei auch um einen von Temme geführten rechtsextremen V-Mann aus Kassel. Auf Antrag Irrgangs hatte der damalige Innenminister Volker Bouffier (CDU) im Sommer 2006 verfügt, dass die Polizei die Quellen Temmes aber nicht direkt vernehmen darf.

Gedenken an hessisches NSU-Opfer

dpa

Quelle: op-online.de

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