Historisches Ensemble soll gerettet werden

Oberforsthaus: Letzter Versuch

Frankfurt (mic) - Die Stadt Frankfurt versucht in einem letzten Kraftakt, das Oberforsthaus in Sachsenhausen oder das, was davon noch übrig ist, zu retten: Sie schreibt die Liegenschaft mitten im Kreisverkehr von Kennedyallee, Mörfelder Landstraße, Isenbuger Schneise und Rennbahnstraße öffentlich aus.

Ziel ist es, für das 1729 erbaute Ensemble, von dem nur noch der einstige Pferdestall übrig ist, einen Investor zu finden. Die Gastwirtschaft, 1944 durch Bombenangriffe zerstört, war einst sogar Ausflugsziel des Frankfurter Dichtervaters Johann Wolfgang von Goethe. Heute ist alles verfallen.

Laut Frankfurter Rundschau (FR) hat die städtische Denkmalpflegerin Heike Kaiser jetzt eine möglichst baldige Renovierung gefordert. Nur so sei das geschichts-trächtige Anwesen noch zu retten. Offen ist immer noch die Frage, was mit dem ehemaligen Oberforsthaus geschehen soll. Frankfurt hat das Grundstück bei einer Zwangsversteigerung Anfang dieses Jahres für 700.000 Euro gekauft. Vorangegangen waren fast zwei Jahrzehnte, in denen der Frankfurter Architekt Helmut Joos ohne Erfolg versuchte, sein Projekt eines Hotelneubaus und einer Gaststätte - „Goethe-Stuben“ - zu realisieren. Allerdings fand er keine Investoren, die bereit waren, 15 Millionen Euro in das Vorhaben zu stecken, so die FR.

Die Frage, was auf dem Grundstück entstehen soll, ist damit weiter offen. Die Denkmalpfleger verlangen, dass der Pferdestall - das einzige historische Gebäude - in eine moderne Nutzung integriert werden soll. Die Ausschreibung erlaubt sowohl ein Hotel als auch Wohnen. Allerdings liegt das Areal direkt unter der Einflugschneise des Flughafens und mitten in einem Verkehrsknotenpunkt.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Rainer Sturm

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