Oberlandesgericht Frankfurt

Haft für mutmaßlichen Al-Nusra-Terroristen gefordert

Frankfurt - Im Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer fundamental-islamistischen Terrororganisation hat die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Frankfurt sechs Jahre Haft gefordert.

Der 28 Jahre alte Deutsch-Marokkaner aus Rüsselsheim soll der "Dschabhat al-Nusra" angehört haben, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Er habe sich der Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung im Ausland strafbar gemacht, sagte Bundesanwalt Michael Bruns heute vor dem Staatsschutzsenat. Der Anklage zufolge hielt sich der gelernte Verkäufer zwischen Juli 2013 und Ende Juni 2014 mit seinen beiden Ehefrauen und sechs Kindern in Syrien auf. Dort habe er unter anderem an Al-Nusra-Lagebesprechungen teilgenommen. Er sei "mit herausgehobenen Aufgaben betraut" und in "überdurchschnittlicher Funktion aktiv" gewesen, hieß es im Plädoyer der Anklage.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 2014 habe der Angeklagte aus seiner Sympathie für "Dschabhat al-Nusra" keinen Hehl gemacht. Auf das Konto der syrisch-irakischen Organisation gehen laut Bundesanwaltschaft rund 8700 Todesopfer. Eine direkte Beteiligung an Kampfhandlungen aber habe dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden können. Der Angeklagte hatte vor Gericht stets beteuert, nur "aus humanen Gründen" in Syrien gewesen zu sein und mit der Terrororganisation nichts zu tun gehabt zu haben. Kommende Woche soll der Verteidiger plädieren.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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