Bürger-Universität

„Occupy“: Die Fragen bleiben

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Vor einem Jahr haben „Occupy“-Aktivisten ihre Zelte vor der EZB aufgeschlagen. Sie sind weg, aber ihre Fragen bleiben.

Frankfurt (ako) - Wenn man weder Banker noch Wirtschaftswissenschaftler ist, versteht man in der Regel recht wenig von Geldwirtschaft und den Finanzmärkten.

Und doch klingeln bei den meisten die Alarmglocken, wenn Medien Schlagwörter wie Finanzkrise oder Staatsverschuldung verbreiten. Meist sind auch die Übeltäter in dem komplexen System schnell entlarvt: die Banken.

Die Bürger-Universität Frankfurt, eine Veranstaltungsreihe mit populärwissenschaftlichen Vorlesungen für jedermann, versucht in der Vortragsreihe „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ die Zusammenhänge des Finanzwesens in sechs von insgesamt 110 Veranstaltungen verständlich zu erklären.

Zum achten Mal findet die Bürger-Universität statt und beschäftigt sich mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen - für jeden, den es interessiert, in verständliche Vorträge, Führungen und Ausstellungen verpackt. Schirmherren der Vortragsreihe unter der Fragestellung „Schadet das Finanzsystem der Demokratie?“ sind Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), dem die Sache besonders am Herzen liegt: „Frankfurt ist ein zentraler Ort für eine solche Diskussion. Dazu haben wir nicht nur Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperten, sondern auch Vertreter der Occupy-Bewegung eingeladen. Die Bürger haben die Möglichkeit, sich das Thema selbst anzueignen.“ Daneben sollen auch Soziologen und Politiker wie Sahra Wagenknecht Vorträge halten.

Informationen auf der Internetseite der Bürger-Universität

Die Hoffnung der Veranstalter ist, dass sich die Bürger mit beiden Seiten beschäftigen - mit Banken und ihren Kritikern. Insgesamt dauert die Bürger-Universität vom 10. Oktober bis zum 13. März. Die Vortragsreihe zum Finanzmarkt findet an sechs Abenden zwischen November und Februar statt. Der erste Termin ist am 12. November im Forum der Oper Frankfurt - symbolträchtig vor dem Eurozeichen der EZB und dem ehemaligen Occupy-Lager. OB Feldmann, Vertreter der Wirtschaft und der Medien, aber auch der Occupy-Bewegung werden in einer Podiumsdiskussion darüber debattieren, ob die Krise des Kapitalismus eine Krise der Demokratie sei. Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei.

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Quelle: op-online.de

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