„Occupy“-Demonstranten wollen trotz Morddrohung weiter protestieren

Frankfurt (nb/dpa) - Die Demonstranten der Protestbewegung „Occupy Frankfurt“ wollen weiter ausharren vor der EZB zelten. Derweil ist nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ der Sprecher der Bewegung zurückgetreten, weil seine Familie mit dem Tod bedroht worden sei.

Vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt haben Protestler den dritten Tag in Folge ausgeharrt. Nach Angaben der Bewegung „Occupy Frankfurt" zelteten dort am Montag rund 100 Menschen. Die Polizei sprach von etwa 70, die dort die Nacht verbracht hatten. „Wir haben eine Tonne an Decken und Planen und Isomatten", sagte ein Aktivist. „Die Stimmung über Nacht ist relativ ausgelassen." Nach dem Vorbild New Yorker Aktivisten protestieren sie seit Samstag gegen die Macht der Finanzmärkte.

Einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge hat die Familie von Wolfram Siener, dem Sprecher der „Occupy Frankfurt“-Bewegung, Morddrohungen erhalten. Daraufhin zog sich der 20-Jährige als Sprecher der Demonstranten zurück.

Bilder von den Protesten in Frankfurt

„Occupy Frankfurt“: Tausende protestieren vor der EZB

Lesen Sie dazu auch:

„Wo ist mein Rettungspaket?“

Bankenproteste: Über 70 Festnahmen in New York

Bankenprotest: In Rom brennen Autos

Die EZB zeigte sich angesichts des Protest-Camps zugeknöpft. Ein Sprecher wollte das Treiben vor dem Gebäude nicht kommentieren. Nach Angaben des Ordnungsamts beantragten die Aktivisten, das bis Mittwoch genehmigte Camp zu verlängern. Demnach wollen sie ihr Zeltlager bis Samstag fortsetzen, dann einen neuen Protestmarsch veranstalten und anschließend bis 29. Oktober weiter campen. Ob die Demonstranten wie gewünscht bleiben dürfen, hatte das Amt zunächst noch nicht entschieden.

Rund 60 Zelte standen am Montag vor der EZB. Am großen Euro-Zeichen der Bank war ein Banner mit der Aufschrift „Menschen vor Profite" aufgespannt. Einige Protestler wärmten sich an einem Feuer. Dringend benötigt wurden laut einem Pappschild noch Suppenteller, Besteck, Holz für den Ofen oder Haferflocken. An einem Unterstand mixten einige Milchshakes in einem Blechtopf und boten Kuchen an. Auch eine drahtlose Internetverbindung stellten die Demonstranten her.

Bilder von den Protesten in Deutschland

Bankenproteste: So liefen die Demos in Deutschland

Vorbild der Proteste sind die Aktivisten von „Occupy Wall Street" („Besetzt die Wall Street"), die seit knapp einem Monat im New Yorker Finanzdistrikt campieren.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare