Odenwaldschule wieder in den Schlagzeilen

Heppenheim - Die wegen eines Missbrauchsskandals in die Schlagzeilen geratene Odenwaldschule hat einen gewalttätigen 17-Jährigen des Internats verwiesen. Vorstandsmitglied Philip von Gleichen widersprach aber einem Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach es einen sexuellen Hintergrund gebe.

Der Jugendliche habe einen 15 Jahre alten Mitschüler gemobbt und geschlagen und dies auch zugegeben, sagte er. Das Opfer sei dabei verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Die „Bild“-Zeitung schrieb, dem 15-Jährigen sei bei „Sado-Maso-Praktiken“ ein Hunde-Halsband angelegt worden. Die Schulleitung bestätigte dies nicht.

Eine Sprecherin der Polizei sagte, die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Es gebe derzeit keine Hinweise auf ein Sexualdelikt. Der Missbrauchsskandal an dem Elite-Internat im südhessischen Heppenheim liegt Jahrzehnte zurück. Die sexuellen Übergriffe von Lehrern auf Schüler sind verjährt. Ein Abschlussbericht nennt 132 Betroffene. Der aktuelle Vorfall sei zur Anzeige gebracht und dem Schulamt gemeldet worden, sagte von Gleichen.

Der 15-Jährige und der Mitschüler hätten sich vor etwa vier Wochen an die Internatsleitung gewandt. Es sei zu einer Aussprache gekommen. Der 17-Jährige habe die Übergriffe eingeräumt und sich für sein Fehlverhalten entschuldigt. „Wir möchten in so einer Ausnahmesituation aber schnell und präzise reagieren“, sagte von Gleichen. „Wir haben sofort durchgegriffen. Der Fall zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen.“ Der 17-Jährige sei aggressiv gewesen und auch anderen Schülern entsprechend aufgefallen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare