Behörden prüfen Finanzierung

Odenwaldschule wohl mit Rettung in letzter Minute

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Heppenheim - Es sieht nach einer Rettung in letzter Minute aus: Die Odenwaldschule hat doch noch Geld aufgetrieben und sich damit eine Atempause verschafft. Die Behörden wollen sich die Finanzierung des Schulbetriebs genau ansehen.

Für die krisengeschüttelte Odenwaldschule gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Die für einen Weiterbetrieb notwendige Summe von 2,5 Millionen Euro sei aufgetrieben worden, teilte die Schule am Freitag mit. Damit sei die Finanzierung für die nächsten drei Jahre gesichert. Kurz zuvor hatte der Landkreis Bergstraße als Aufsichtsbehörde berichtet, die Schule habe ihn über die geglückte Finanzierung unterrichtet. Das Sozialministerium als weitere Aufsichtsbehörde erklärte, die schriftlichen Unterlagen würden nach deren Eingang geprüft. Diese Frist hatte sich die Odenwaldschule selbst gesetzt. Sie will nach langen Querelen, einem organisatorischen Umbau und deutlich gesunkenen Schülerzahlen Klarheit über ihre Finanzen haben. Die Schule hatte sich auf Druck von Aufsichtsbehörden im Internat und in ihrer Rechtsform organisatorisch umbauen müssen. Die Schule braucht deshalb eine neue Betriebsgenehmigung, Behörden verlangen dafür eine nachvollziehbare Finanzierung.

Vor drei Wochen hatte die Odenwaldschule bekanntgegeben, dass ihr das Aus droht. Es müssten 2,5 Millionen Euro zusammenkommen, damit es finanziell weitergehen könne. Am Montag wurde mitgeteilt, dass nach zwei Wochen bereits 1,9 Millionen Euro vorhanden seien und noch einmal mit Frist an diesem Freitag einen Appell an Eltern, Altschüler und Freunde gerichtet. Ausgangspunkt der Misere ist eine Serie von sexuellem Missbrauch, der lange vertuscht worden war und vor fünf Jahren an die Öffentlichkeit kam. Ausgegangen wird von mindestens 132 betroffenen Schülern. Auch deshalb ging die Zahl der Schüler spürbar zurück und damit auch Schulgeld für das Privatinternat.

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dpa

Quelle: op-online.de

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