Öffentlicher Dienst: Proteste in Hessen

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Hessen - Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstrierten am Mittwoch für mehr Geld. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Lohn für etwa 45.000 Landesbeschäftigte.

Mit Trillerpfeifen, Transparenten und zahlreichen Protestaktionen machen die Angestellten des öffentlichen Dienstes ihrem Ärger Luft. Sie wollen mehr Geld - oder zumindest ein Angebot von Innenminister Boris Rhein. In ganz Hessen gab es Aktionen. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr für etwa 45.000 Landesbeschäftigte in Schulen, Hochschulen, Theatern, Straßenmeistereien und Finanzämtern.

Kundgebungen gab es unter anderem in Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt und Kassel. In Darmstadt gingen nach Verdi-Angaben etwa 2500 Menschen auf die Straße.

Innenminister soll Angebot vorlegen

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, forderte Innenminister Boris Rhein (CDU) auf, den Gewerkschaften ein Angebot vorzulegen. „Die Tarifverhandlungen laufen, jetzt muss eine Zahl auf den Tisch“, sagte der Gewerkschafter.

Hessen hat mit dem Austritt aus der Tarifgemeinschaft der Länder einen eigenständigen Weg gewählt. Den gilt es jetzt auch umzusetzen“, betonte Körzell. Das Land dürfe nicht nur darauf warten, welchen Tarifabschluss die Tarifgemeinschaft der Länder erzielt.

Hessen hat sich zwar 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) verabschiedet und verhandelt eigenständig. Die hessischen Arbeitsniederlegungen sind aber Teil der bundesweiten Wellevon Warnstreiks im öffentlichen Dienst.

Auswirkungen auf Schulunterricht „nicht gravierend“

Die Auswirkungen auf den Schulunterricht werden wohl nicht so gravierend sein, weil in Hessen viele Lehrer Beamte sind“, hatte der Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Märtin, am Morgen vor dem Start der Proteste gesagt. Von den angestellten Lehrkräften habe zudem ein großer Teil befristete Verträge.

In Wiesbaden gab es am Mittwoch zudem noch einen nicht angekündigten Ausstand der Mitarbeiter der Busbetriebe. Wie lange die Busse in der Landeshauptstadt nicht fahren werden, konnte die ESWE Verkehrsgesellschaft zunächst nicht sagen.

dpa

Quelle: op-online.de

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