Verlierer in Neu-Isenburg und Hanau

Offenbach Gewinner bei Lärmpause

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Offenbach - Gute Nachricht für Offenbach! Die Fluglärmkommission toleriert bei den Lärmpausen-Modellen zur Entlastung der Flughafen-Anwohner am frühen Morgen und späten Abend die Variante 4. Sie führt zu einer Erleichterung für die Lederstadt.

Nachteile müssen Neu-Isenburg und der Raum Hanau befürchten. Auch wenn die Fluglärmkommission grundsätzliche Zweifel an allen Lärmpausen-Modellen von Verkehrsminister Tarek Al Wazir (Grüne) äußert, spricht sie sich dafür aus, eine Erprobung des Modells 4 bei Westbetrieb mitzutragen. Es sieht vor, dass abends zwischen 22 und 23 Uhr keine Landeanflüge auf die Center- und die Nordwestbahn erfolgen. Im Gegenzug soll es morgens zwischen 5 und 6 Uhr keine Anflüge zur Südbahn geben. Al-Wazir sagte zu diesem Modell: „Wir entlasten damit zehntausende Menschen insbesondere in Frankfurt und Offenbach.“

Natürlich gebe es durch die Bündelung von Anflügen temporär auch zusätzliche Belastungen. Zu den Verlierern zählen Hanau oder der Main-Kinzig-Kreis. So verlieren in Hanau 17.000 Personen spätabends an Ruhe, während die Stadt abends bisher komplett „rechnerisch“ als Ruhezone gilt. Morgens gibt es für 2 400 Personen weniger Ruhe. In Frankfurt profitieren 44.000 Menschen am Abend. In Neu-Isenburg würde es für 18.000 Menschen abends lauter, morgens dagegen für 11.000 leiser.

Zahl der Einwohner, die profitieren

Bei der Variante 4 ist in Offenbach die Zahl der Einwohner, die profitieren, offenbar deutlich größer als die der Benachteiligten. Allerdings gilt dies nur für die Betriebsrichtung West, also bei Anflügen aus dem Osten. Im Ostbetrieb, also bei Abflügen in Richtung Osten über das Offenbacher Stadtgebiet, gibt es diese rechnerischen Vorteile beim Modell 4 nicht. So werden von der Fluglärmkommission für den Ostbetrieb auch alle fünf Lärmpausenvorschläge abgelehnt.

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Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider sieht in der Variante 4 die beste Option für die lärmgeplagte Stadt. In der Summe würden bis zu 24.000 Einwohner eine echte Entlastung erfahren. Nach Angaben des Grünen-Politikers haben durch eine ausschließliche Nutzung der Südbahn für Landungen zwischen 22 und 23 Uhr vor allem die unter der Einflugschneise für die Nordwestbahn wohnenden 45.000 Offenbacher mehr Ruhe sowie rund 16.400 Menschen, die nördlich der Einflugschneise für die Centerbahn leben. Als Ausgleich für die Belastung am Abend erhalten die rund 13.800 betroffenen Bewohner in den südlichen Stadtteilen morgens eine Stunde lang weniger Lärm. Dann werden ausschließlich die Center- und die Nordwestbahn angeflogen. Das entspricht für den Offenbacher Süden abends wieder jener Belastung, die er vor dem Bau der Nordwestbahn zu tragen hatte. Unter dem Landeanflug auf die Nordwestbahn leiden aber deutlich mehr Bürger.

mic

Quelle: op-online.de

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