Von Offenbach aus im großen Stil Iraker geschleust

Offenbach ‐ Die Bundespolizei hat einen von Offenbach aus agierenden internationalen Schleuserring zerschlagen. Die Täter sollen sich darauf spezialisiert haben, Iraker über Deutschland nach Skandinavien zu bringen. In Offenbach und Frankfurt wurden vier Männer festgenommen. Von Ralf Enders

Dem Schleuserring könnten bislang 13 Taten zur Last gelegt werden, teilte die Bundespolizeidirektion Koblenz gestern mit. Dabei seien ersten Erkenntnissen zufolge mehr als 30 Menschen geschleust worden. Gestern in den frühen Morgenstunden habe es bundesweit acht Wohnungsdurchsuchungen in Offenbach, Mainz, Hannover und Neuss gegeben. Mehr als 100 Bundespolizisten waren dabei im Einsatz und stellten „umfangreiches Beweismaterial“ sicher, wie Bundespolizeisprecher Reza Ahmari unserer Mediengruppe mitteilte. Dazu gehörten auch zwei „hochwertige Fahrzeuge“, die für die Schleusungen quer durch Europa benutzt worden seien. Zuvor seien die irakischen Staatsangehörigen unter „teilweise menschenunwürdigen Bedingungen“ nach Italien gebracht worden.

Es gebe weitere Verdächtige

In Offenbach seien drei Objekte in der Innenstadt und eines in Bürgel durchsucht worden. Dabei sei auch der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 38-jähriger Iraker aus Offenbach, festgenommen worden. Alle Verdächtigen hätten sich widerstandslos festnehmen lassen. Es gebe weitere Verdächtige, bei denen jedoch keine ausreichenden Haftgründe vorlägen.

Die Ermittlungen laufen Polizeisprecher Ahmari zufolge seit Anfang des Jahres. Damals habe die Zweigstelle Offenbach der Staatsanwaltschaft Darmstadt einen Hinweis auf einen Verdächtigen erhalten. Nach zunächst verdeckten Ermittlungen entschloss sich die Polizei zu der gestrigen Festnahmeaktion.

Quelle: op-online.de

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