Krasser Tarifsprung von Offenbach bleibt

RMV-Ticket nach Frankfurt bleibt teuer

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Das Tarifsystem des RMV ist seit langem umstritten: Ändern wird sich so schnell nichts.

Offenbach - Schlechte und gute Nachrichten kommen vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Enttäuschend: Die S-Bahn-Fahrt zwischen Offenbach und Frankfurt bleibt teuer, am Ärgernis für viele Kunden wird bis 2015 nicht gerüttelt.

Der RMV-Aufsichtsrat hat gestern beschlossen, dass es vorerst beim großen Preissprung auf der Fahrt zwischen Offenbach und Frankfurt bleibt; die Tarifreform kann zunächst noch nicht umgesetzt werden, Hintergrund sind technische Probleme bei der Umstellung der Fahrtkartenautomaten. Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider auf Anfrage unserer Zeitung: „Mit deutlichen Worten habe ich im Aufsichtsrat eine Tarifumstellung angemahnt, den harten Preissprung zwischen Offenbach und Frankfurt darf es nicht länger geben. Eine Änderung ist mir für 2015 zugesagt worden. “

Für RMV-Fahrgäste bleibt es also dabei: 4,25 Euro (ab Fahrplanwechsel 15. Dezember: 4,35) kostet ein einfaches Ticket zwischen Frankfurt und Offenbach - selbst wenn es nur drei Stationen zwischen Ledermuseum und Ostendstraße sind. Für 2,70 Euro (ab 15. Dezember: 2,90) hingegen kommt man bis nach Rodgau, Hanau oder Dietzenbach. Hintergrund der Ungleichheit: Weil die Kommunen die Auftraggeber beim RMV sind, gilt bislang die Regel, dass Tarifgrenzen an Gemeindegrenzen gezogen werden. Ausnahmen bilden nur die Grenzhaltestellen - je nachdem in welche Richtung man fährt, gilt der günstigere Tarif. Zwischen Frankfurt und Offenbach verläuft die Grenze am Kaiserlei.

Erfreulich für RMV-Kunden mit Wochen-, Monats- und Jahreskarten: In den neuen Tarifbestimmungen gilt ab Mitte Dezember bei der Mitnahmeregelung, dass ab 19 Uhr und am Wochenende beliebig viele Kinder unter 15 Jahre mit von der Partie sein können. Bisher ist das nur bei „eigenen“ Kindern möglich.

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Pluspunkt für die Offenbacher Verkehrsbetriebe: Wachsende Fahrgastzahlen ermöglichen es den RMV-Gesellschaftern bei der Verteilung der Einnahmen, den lokalen Anbietern mit Stadtbussen, Straßen- und U-Bahnen mehr Geld zur Verfügung zu stellen - 56 Millionen Euro für 2012 bis 2014. Schneider: „Offenbach kann nun mit mehreren hunderttausend Euro rechnen.“

psh

Quelle: op-online.de

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