Verantwortung beim Sparkurs auf Schulämtern

Kürzungspläne treffen auch Schulpsychologen

Offenbach - Schulpsychologen schlagen Alarm. Sie rechnen damit, dass bis zu 15 der 92 Stellen in Hessen demnächst eingespart werden.

Ludger Busch, Vorsitzender des Berufsverbandes der Schulpsychologen im Land, verweist auf einen Briefwechsel mit dem Kultusministerium und zeigt sich „sehr enttäuscht“ von der Landesregierung. Nach Angaben von Busch kommen die rund 120 Psychologen und Psychologinnen, die sich die 92 Stellen teilen, schon heute - aufgrund der großen Nachfrage - den Anforderungen kaum nach. Ein Psychologe ist für mehr als 9000 Kinder und Jugendliche zuständig, im Schnitt muss er bis zu 200 Einzelfälle im Jahr bearbeiten. Wer einen Termin haben will, muss teils lange warten.

Hintergrund des Konflikts: In den Schulämtern sollen nach den Plänen von CDU und Grünen 40 Stellen gestrichen werden; da Schulpsychologen der Schulverwaltung zugeordnet sind, geraten auch sie in den Kürzungspool. Was irritiert: In der praktischen Arbeit sind die Psychologen regelmäßig im Schuleinsatz. Warum just ihre Posten zur „Kappung“ freigegeben werden, ist Beobachtern ein Rätsel. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte zuletzt die Stellen für Lehrer und für die Unterrichtsversorgung ausdrücklich von den Kürzungsplänen der Landesregierung im Bildungsbereich ausgenommen. Ein Sprecher des Kultusministeriums versucht, die Wogen zu glätten. Natürlich sehe man den hohen Stellenwert des Einsatzes der Schulpsychologen. „Die Schulämter werden auch darauf hingewiesen, dass die Kürzung der Psychologen-Posten nicht vorrangig sein soll“, sagt er. Kritiker halten an ihren Warnungen fest: Es sei noch nicht einmal fünf Jahre her, dass Hessen die Stellen für diesen immer wichtigeren Berufszweig aufgestockt habe; jetzt werde das Ruder wieder herumgeworfen.

psh

Quelle: op-online.de

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