„Lagerraum kommt nach Hause“

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Jan Donner hat die Firma „Storage & Fitch“ in Offenbach gegründet. Sie bietet ein nach seinen Worten einmaliges Dienstleistungsangebot im Rhein-Main-Gebiet.

Offenbach - Moderne Gesellschaften fordern Mobilität und Flexibilität vom Arbeitnehmer - in den USA war dies schon immer so und auch Deutschland kann sich der Entwicklung nicht entziehen. Wer umzieht, muss häufig Teile seines Hab und Guts zwischenlagern. Von Marc Kuhn

Selfstorage (Selbst-Einlagern) lautet der Trend, der mittlerweile in Deutschland boomt. Alle in der Branche engagierten Unternehmen seien auf Expansionskurs, sagt Jan Donner. Die Geschäftsidee hat er aufgegriffen und weiter entwickelt. Donners Unternehmen bietet nicht nur Lagerraum an, seine Mitarbeiter holen die großen Kisten auch ab.

„Der Lagerraum kommt nach Hause“, erklärt der 35-Jährige. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es nach seinen Worten etwas Vergleichbares noch nicht - lediglich in München und Berlin. Im Juni ist der Firmengründer an den Start gegangen. 18 Kisten mit einem Volumen von 7,2 Kubikmetern hat seine Firma „Storage & Fitch“ bereits in der Rowentastraße in Offenbach eingelagert. Donner ist zuversichtlich, das fürs erste Geschäftsjahr gesteckte Ziel zu erreichen: Dann sollen 200 Kisten eingelagert werden. Von der starken Nachfrage zeigt er sich allerdings überrascht; „Das hätten wir nicht erwartet. “

Suche nach neuer Geschäftsidee

Donner hat seine Erfahrungen in der Logistikbranche gesammelt. Von 2005 bis zum vergangenen Jahr hat er mit einem Unternehmen von dem Lager in der Rowentastraße aus den Service der Lufthansa weltweit betreut. Als die Kranichlinie die Aktivitäten an einen anderen Standort unterbrachte, suchte Donner mit zwei stillen Gesellschaftern nach einer neuen Geschäftsidee - und „Storage & Fitch“ war geboren. Von der Lufthansa hat er die Halle gemietet. Sie sei gegen Einbrüche und Feuer abgesichert - „das ist wichtig“, sagt Donner.

Die Holzkisten lässt er sich aus Großbritannien liefern, wo das Einlagern ebenfalls sehr beliebt ist. Sie werden aus vier Holzarten hergestellt und mit großen Klammern zusammengehalten. Durch die Spannung seien die Kisten absolut stabil, berichtet Donner. Zum Kunden würden sie auf einem Anhänger gebracht. Wenn er die Kiste befüllt habe, würden sie abgeholt. Immerhin 75 Umzugskartons würden hineinpassen. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung eines Singles könne untergebracht werden, erläutert Donner.

Angebote auch für Studenten

Verschiedene Zielgruppen hat er im Visier. Beispielsweise Mitarbeiter, die für ihr Unternehmen eine begrenzte Zeit ins Ausland gehen, könnten ihre Möbel einlagern. Auch für Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren, sei dies ein Angebot. Sei bei einem Umzug die neue Wohnung noch nicht bezugsfertig, könne das Hab und Gut zwischengelagert werden. Denkbar sei auch, dass Gartenmöbel den Winter über untergebracht werden. Und während der Renovierung einer Wohnung könnten Schränke, Tische und sonstige Gegenstände sicher gelagert werden, sagt Donner. Und: Ziehen zwei Menschen zusammen, stelle sich oft die Frage, wohin mit doppeltem Inventar, erklärt Donner und bietet das Einlagern in seiner Halle an. Sein Angebot richtet sich aber nicht nur an Privathaushalte, sondern auch an Unternehmen und Handwerker.

Die Interessenten würden nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Eine eingelagerte Kiste sei beispielsweise in Siegen befüllt worden. Anfragen gebe es auch aus Bonn und Karlsruhe.

Quelle: op-online.de

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