Tipps für die Steuererklärung

Die teuersten Schnitzer

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Offenbach - Am Monatsende läuft die Frist ab: Bis dahin sollten die meisten Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgegeben haben. Viele kämpfen mit dem Papierkram. Aber die Mühen können sich lohnen. Im Schnitt bekommt jeder Arbeitnehmer 900 Euro zurück.

Immer wieder verlieren Steuerzahler Geld durch Versäumnisse in ihrer Einkommensteuererklärung. Handwerker, Putzfrauen oder auch Au-pairs haben zum Beispiel gemeinsam, dass man die Kosten in vielen Fällen von der Steuer absetzen kann - entweder als sogenannte Handwerkerleistung oder als haushaltsnahe Dienstleistung. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass Steuerzahler voll auf den Kosten sitzen bleiben, wenn sie das Geld bar bezahlen. Da hilft es auch nichts, die Rechnungen aufzuheben. Ohne Kontonachweis keine Steuervorteile.

Eine weitere Falle nennt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe: Sie haben eine Fortbildung selbst bezahlt, die Kosten dafür aber nicht bei Weiterbildung sondern bei allgemeinen Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben? Oder Sie haben Handwerkerleistungen bei den außergewöhnlichen Belastungen eingetragen? So etwas passiert Laien immer wieder. Das Finanzamt streicht dann zwar die geltend gemachten Kosten aus den falschen Zeilen raus, trägt sie aber nicht in die richtigen ein. Die Rückzahlung, die Ihnen zustehen würde, bleibt einfach aus.

Was sollte zudem unbedingt beachtet werden? Unser Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey fragte Sonja Prechtner, Vize-Präsidentin des hessischen Steuerberaterverbandes:

Was sind für Sie die teuersten Schnitzer?

Der größte Fehler ist: steuerlich abzugsfähige Kosten nicht anzusetzen! Dies kann in verschiedenen Bereichen der Steuererklärung erfolgen. Einige Beispiele:

Was ist mit Arbeitsmitteln?

Die können auch ohne nachgewiesene Belege anerkannt werden, die Nichtbeanstandungsgrenze liegt bei 110 Euro. Wird der private PC auch beruflich genutzt, können die Kosten anteilig von der Steuer abgesetzt werden 

Was sollte beim Thema Abgeltungs- bzw. Kapitalertragsteuer beachtet werden?

Falls Kirchensteuerpflicht besteht und diese Steuer nicht von der Bank einbehalten wurde, müssen die Kapitalerträge mit in die Steuererklärung! Bei kleinen Einkommen und dem Einbehalt von Kapitalertragsteuer, bitte in der Erklärung angeben. In der Regel gibt es Geld zurück.

Seit diesem Jahr gibt es die vorausgefüllte Steuererklärung. Informationen wie Name, Geburtsdatum und Adresse tauchen automatisch in der Steuererklärung auf. Der große Vorteil liegt auf der Hand: Viele Daten müssen nicht mehr selbst eingetragen werden. Worauf muss dabei geachtet werden? 

Auf jeden Fall ist eine Prüfung der eingespielten Daten notwendig und sinnvoll. Fehlerhafte Übermittlungen können immer vorkommen. Noch steckt das neue Verfahren in den Kinderschuhen, es ist erst seit Jahresanfang aktiv. Im Moment sind nur die Stammdaten wie zum Beispiel Steuernummer, Name, Religion vorhanden. Die weiteren Eintragungen - z.B. aus der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung - kommen im Laufe dieses Jahres hinzu. Wichtig zu beachten: Die vorausgefüllte Steuererklärung hilft nicht dabei, sich die Steuervorteile zu sichern. Individuelle Kosten für den Beruf, das Pflegeheim oder die Handwerker muss jeder nach wie vor selbst angeben.

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Quelle: op-online.de

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