Nachwuchsprobleme auch in den Kirchen

Weniger Engagement für Pfarreien

Offenbach - Auch in den Kirchen wird das Problem „Suche nach Nachwuchs fürs Ehrenamt“ von Jahr zu Jahr spürbarer.

Stichwort Pfarrgemeinderatswahlen: 660.000 Katholiken im Bistum Mainz sind im November aufgerufen, die Mitglieder für die Pfarrgemeinderäte zu wählen, die das Leben der Pfarreien mitgestalten. Auch in den benachbarten Diözesen Fulda und Limburg wird gewählt.

Derzeit engagieren sich etwa 2700 Katholiken in den rund 322 Pfarreien und 24 Gemeinden anderer Muttersprache in den Laiengremien des Mainzer Bistums. Dabei haben fast alle ähnliche Schwierigkeiten: So wurde in den letzten Jahren vielerorts deutlich, dass  es vor allem die „Alten“ sind, die Garanten für die Arbeit in vielen Pfarrgemeinderäten sind. „Es wird von Wahl zu Wahl schwieriger, Frauen und Männer zu einer Kandidatur zu motivieren. Das bedeutet nicht, dass die Menschen sich nicht in der Kirche engagieren möchten. Das Problem ist eher, dass mit einer Kandidatur die Bereitschaft verbunden ist, sich für vier Jahre Arbeit festzulegen - das schreckt viele ab“, berichtet Ulrich Janson, Referent in der Diözesanstelle für Pfarrgemeinde-, Seelsorge- und Dekanatsräte des Bischöflichen Ordinariates Mainz. „Wir müssen nach Formen suchen, wie eine Mitgliedschaft reizvoller und flexibler gestaltet werden kann, so dass die Angst vor Überforderung abgebaut und die Motivation mitzumachen gesteigert wird“, formuliert er den Arbeitsauftrag im Bistum.

Dabei haben sich die Aufgaben für die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte schon verändert. Die Mitglieder richten ihren Blick stärker auf die sozialen Bedürfnisse. Nach Angaben von Janson geht es darum: „Wer sind die Menschen, die in unserer Stadt bzw. unserer Region leben? Wie leben sie und was beschäftigt sie? Wie können wir als Kirche Antworten auf ihre Fragen geben und unser Pfarreileben so gestalten, dass Menschen sich angesprochen fühlen?“

Das sind Fragen, mit denen sich ein Pfarrgemeinderat nach Meinung des Diözesanreferenten beschäftigen sollte - „damit Kirche vor Ort lebendig und zukunftsfähig bleibt“. psh

Chronologie der Missbrauchsfälle

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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