Offenbacher CDU mit klarer Erwartungshaltung an Migranten

Offenbach ‐ Im Zuge der Integrationsdebatte hat die Offenbacher CDU-Fraktion gestern ein Positionspapier vorgestellt. Die 14 Punkte umfassende Ausarbeitung basiere auf dem Prinzip von „fördern und fordern“, sagt Fraktionschef Peter Freier. Von Matthias Dahmer

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Er hofft, mit dem Papier eine breite Diskussion in der Stadt anzustoßen, die nicht nur in schwarz-weiß geführt werde. In der Vergangenheit, so Freier, sei es vielfach allein ums Fördern gegangen, das Fordern habe man darüber vergessen. Deshalb formuliere die Union auf Grundlage von zahlreichen Gesprächen auch mit integrierten Migranten eine klare Erwartungshaltung.

Dazu gehöre etwa das Erlernen der deutschen Sprache ebenso wie die Bereitschaft eines respektvollen Miteinanders. „Es kann nicht sein, dass Menschen 20 Jahre in Offenbach leben und nicht die deutsche Sprache beherrschen“, so der Fraktionsvorsitzende, der zugleich Kandidat der CDU für die Oberbürgermeisterwahl ist.

CDU vermisst Gesamtkonzept

Offenbach müsse zudem mit einer aktiven Wohnungs- und Sozialpolitik dafür sorgen, dass sich keine Ghettos bilden und dass so keine Parallelgesellschaften entstehen. Freier räumt gleichzeitig ein, das man in Offenbach eine solche Entwicklung bislang habe verhindern können.

Deutlich spricht sich die CDU-Fraktion für Moscheen als „Teil der Stadtgesellschaft“ aus. Hier gelte im Übrigen das Grundrecht der freien Religionsausübung. Fundamentalistischen Bestrebungen müsse man jedoch entgegentreten. Islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache sollte unter Aufsicht des Landes möglich sein. Sport als Integrationsfaktor hat für die Union einen hohen Stellenwert. Vereine, die sich nur einer Nationalität verschrieben haben, könnten nicht in diesem Sinne wirken.

Vermisst wird von der CDU ein Gesamtkonzept und eine Steuerung der mehr als 80 Projekte und Angebote, die sich in Offenbach mit Integration befassen.

Quelle: op-online.de

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