Fahrverbot für Senioren? Appell der Offenbacher Polizei

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Ein 79-jähriger Autofahrer hat im sauerländischen Menden zwei Menschen getötet und die Diskussion um Tauglichkeitstests für ältere Autofahrer neu angeheizt.

Offenbach - Im vergangenen Jahr hat die Polizei Alarm geschlagen: „28 Tote bei Verkehrsunfällen im ersten Halbjahr, davon allein 13 Senioren über 60“, klagte Hauptkommissar Stefan Adelmann.  Von Ralf Enders

Und vor allem steigt die Zahl derjenigen, die sie auslösen. Stefan Adelmann ist in der Zentrale des Präsidiums Südosthessen zuständig für die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Grund genug für ihn, sich Gedanken zu machen: Mobilität stehe bei Senioren eben hoch im Kurs, zumal das Angebot auf vielen Gebieten - etwa im wirtschaftlichen oder kulturellen Bereich - immer größer werden. Oft sei das Fahren mit dem Auto für Ältere aber auch die einzige Alternative, den Anforderungen des täglichen Lebens nachzukommen. Die Medizin ermögliche gerade Älteren zudem eine besser Wahrnehmung.

Generell jedoch seien Kinder und Senioren im Verkehr am meisten gefährdet. Deshalb sein Appell an die älteren Verkehrsteilnehmer, sich immer wieder selbst zu prüfen und auf kleinste Hinweise zu reagieren:

Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr auf Rädern oder zu Fuß ist für Jedermann nur dann möglich, wenn alle Sinne geschärft sind und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestehen“, sagt der Beamte. Und: „Es liegt in der Natur des Menschen, dass zum Beispiel Sehkraft oder Reaktionsfähigkeit im Alter nachlassen. Deshalb sollte es auch für niemanden unangenehm sein, bei der Feststellung einer solchen Veränderung baldmöglichst zu handeln.“ Ärztliche Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen sollten immer auch immer in Bezug auf sicheres Verhalten im Straßenverkehr gesehen werden.

Für Lkw-Fahrer, die älter als 50 Jahre sind, hat der Gesetzgeber bereits regelmäßige Kontroll-Untersuchungen vorgeschrieben. Bei allen anderen Senioren setzen wir weiterhin auf Vernunft und Eigeninitiative, um fit zu bleiben.“

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass es zu dem Thema Informationsveranstaltungen gibt, etwa von den Seniorenberatern der Städte und Gemeinden. „Auch für unsere lebenserfahrenen Mitbürger gibt es noch Tipps und Tricks, um schwierige Situationen besser zu meistern“, meint er augenzwinkernd.

Quelle: op-online.de

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