Tod eines Streitschlichters - Notwehr?

Frankfurt - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des als Streitschlichter bekanntgewordenen Nigerianers Emeka Okoronkwo zeichnet sich eine Kehrtwende zugunsten des wegen Totschlags angeklagten Eritreers ab.

Nach einem am Montag vor dem Landgericht Frankfurt vorgetragenen Gutachten eines Mediziners hatte eine Computer-Tomographie der Gesichtsknochen des Angeklagten eine erhebliche Verformung des Jochbeines gezeigt. Diese könnte auf einen Schlag des 21-Jährigen Okoronkwos unmittelbar vor der Messerattacke des Angeklagten hindeuten.

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Der Angeklagte hatte den Nigerianer in jener Nacht im Mai vergangenen Jahres vor einer Diskothek im Frankfurter Bahnhofsviertel mit einem Messerstich ins Herz getötet. Er beruft sich auf Notwehr. Einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Knochenverformung und der Auseinandersetzung mit dem späteren Opfer konnte der Gutachter allerdings nicht herstellen.

Der Angeklagte hatte vor Gericht angegeben, von Okoronkwo massiv geschlagen und im Gesicht verletzt worden zu sein. Mehrere Zeugen hatten dies gesehen. Zu der tödlichen Auseinandersetzung war es gekommen, nachdem zwei Frauen von dem Angeklagten und einem Begleiter angepöbelt worden waren. Okoronkwo hatte sich für die Frauen eingesetzt, die Situation aber offenbar falsch eingeschätzt. Der Prozess soll Anfang Mai fortgesetzt werden.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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