Okoronkwo-Prozess neigt sich Ende zu

+
Unter der Kapuze seiner Regenjacke versteckt sich ein 35 Jahre alter Eritreer vor den Fotografen und Kameraleuten. Der 35-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt.

Frankfurt - Der Prozess um den gewaltsamen Tod des als Nigerianers Emeka Okoronkwo (21), der im Frankfurter Bahnhofsviertel zwei Frauen gegen Angriffe des Angeklagten verteidigt hatte, neigt sich dem Ende zu.

Vor dem Landgericht Frankfurt sollen morgen, 16. März, die Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und des wegen Totschlags angeklagten Eritreer (35) ihre Schlussvorträge halten. Die Schwurgerichtskammer will am Freitag das Urteil verkünden.

Lesen Sie außerdem:

Geständnis im Prozess

Zivilcourage mit dem Leben bezahlt

und den Kommentar:

Wenn‘s brenzlig wird

Der Angeklagte hatte bereits am ersten Verhandlungstag zugegeben, Okoronkwo in der Nacht zum 2. Mai vergangenen Jahres mit einem Messerstich ins Herz getötet zu haben. Er habe sich dabei allerdings in Notwehr befunden, nachdem er vom körperlich weit überlegenen Okoronkwo durch Faustschläge stark bedrängt worden sei. Der körperlichen Auseinandersetzung war ein Streit zwischen dem Angeklagten und zwei Frauen vor einer Diskothek vorausgegangen, die bespuckt und beleidigt worden waren und für die Okoronkwo Partei ergriffen hatte.

Die Trauerfeier für Emeka Okoronkwo haben wir im Video festgehalten.

Am heutigen Dienstag erklärte der psychiatrische Sachverständige Lothar Staudt den Angeklagten für voll schuld- und zurechnungsfähig. Die Einschränkungen im Persönlichkeitsbild des Mannes erreiche „nicht die Erheblichkeit einer strafmildernd zu berücksichtigenden verminderten Steuerungsfähigkeit“, sagte Staudt. Offen ließ der Sachverständige die Frage, ob der Angeklagte den tödlichen Messerstich in einer Notwehrsituation setzte. Das müsse die Kammer entscheiden.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare