Okoronkwo-Prozess: Neues Gutachten

Frankfurt - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Nigerianers Emeka Okoronkwo (21) im Frankfurter Bahnhofsviertel will das Landgericht ein zusätzliches Gutachten einholen.

Okoronkwo war bekanntgeworden, weil er zwei Frauen gegen Angriffe eines 35-Jährigen Eritreers verteidigt hatte. Der Eritreer steht wegen Totschlags vor Gericht. Er hatte vor Gericht bereits gestanden, Okoronkwo mit einem Messerstich ins Herz getötet zu haben.

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Das Gutachten soll Klarheit über eine Gesichtsverletzung des Angeklagten bringen. Der 35-Jährige hatte bei seiner psychiatrischen Begutachtung dem Sachverständigen von einem Kieferbruch erzählt, den ihm das spätere Opfer kurz vor der Messerattacke beigebracht habe. Eine Röntgenaufnahme bestätigte die Verformung des Knochens.

Die Trauerfeier für Emeka Okoronkwo haben wir im Video festgehalten.

Sollte sich herausstellen, dass die Verletzung dem Angeklagten tatsächlich Anfang Mai vergangenen Jahres zugefügt worden war, käme seiner Version einer Notwehrlage neue Bedeutung zu. Mehrere Zeugen hatten vor Gericht geschildert, dass der dem Eritreer körperlich weit überlegene Okoronkwo die Fäuste habe fliegen lassen, ehe ihn der Stich des Angeklagten tödlich ins Herz traf.

Der Prozess soll nun am 11. April mit dem zusätzlichen Gutachten fortgesetzt werden. Für Anfang Mai wurden zwei neue Termine für die Plädoyers und die Urteilsverkündung bestimmt.

dpa

Quelle: op-online.de

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