Mehr als neun Jahre Haft für tödliche Messerstiche

Frankfurt - Haftstrafe im Prozess um den Tod eines Streitschlichters: Ein 35-jähriger Mann, der bei einer Auseinandersetzung in Frankfurt einen 21-Jährigen mit einem Stich ins Herz getötet hatte, ist vom Landgericht Frankfurt zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Lesen Sie dazu auch:

Wenn's brenzlig wird

Prozess vor dem Ende

Okoronkwo-Prozess: Neues Gutachten

Geständnis im Okoronkwo-Prozess

Die Richter sprachen ihn des Totschlags an dem 21-jährigen Emeka Okoronkwo schuldig. „Aus absolut nichtigem Anlass musste ein Mensch sterben und keiner weiß, warum dies geschehen ist“, fasste die Vorsitzende Richterin am Landgericht, Bärbel Stock, die Tat zusammen. Vor der Attacke vom 2. Mai 2010 hatten der Angeklagte und ein Begleiter vor einer Salsa-Disco zwei Frauen mit obszönen Worten angemacht - Okoronkwo war ihnen zu Hilfe gekommen. „Es wäre ein Leichtes für den Angeklagten gewesen, die Auseinandersetzung zu beenden und abzuziehen“, sagte Stock.

Ein Video von der Trauerfeier um Emeka Okoronkwo sehen Sie hier.

Stattdessen habe er das Messer herausgeholt, als er von Okoronkwo „in zulässiger Weise“ geschlagen worden sei. Ausdrücklich verneinten die Richter die von dem Angeklagten immer wieder geschilderte Notwehrsituation. „Keiner der zahlreichen Zeugen hat das gesehen, was Sie uns hier immer wieder glauben machen wollten“, sagte Stock. Besonders die Version, wonach das Tatmesser ursprünglich Okoronkwo besessen habe, entbehre jeder Grundlage. „Das durchtrainierte und körperlich weit überlegene Opfer hätte einen Messereinsatz gar nicht nötig gehabt.“ Darüber hinaus sei Okoronkwo kurze Zeit zuvor beim Einlass in das Tanzlokal ausführlich von den Sicherheitsbediensteten durchsucht worden.

Im Gegensatz zu den Schlussvorträgen blieb es während des Urteils ruhig im Saal. Die Mutter des Opfers, die sich während der Plädoyers der Staatsanwältin noch auf den Angeklagten stürzen wollte, war diesmal nicht anwesend. Es wird damit gerechnet, dass die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof einlegt.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare