Opel kämpft nicht erst seit gestern mit Problemen

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Wie geht es mit Opel weiter?

Die Zukunft des Autobauers Opel ist ungewiss. Kann der US-Mutterkonzern General Motors überleben oder reißt er Opel mit in den Abgrund? Kann der deutsche Staat Opel retten? Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema. Von Guido Rijkhoek

Wie ist es um die wirtschaftliche Lage von Opel bestellt?

Die wirtschaftliche Lage von Opel lässt sich nur schwer einschätzen, weil das Unternehmen als GmbH kaum Zahlen veröffentlicht. Nach Angaben der Konzernmutter General Motors fielen im europäischen GM-Geschäft allein im dritten Quartal 2008 Verluste von rund einer Milliarde Euro an. Opel ist für rund 80 Prozent des GM-Europageschäfts verantwortlich.

Was hat die Krise bei Opel ausgelöst?

Der deutsche Traditionshersteller schwächelt seit rund zehn Jahren. Der Marktanteil in Deutschland sank seit den 90er Jahren von rund 17 auf derzeit noch etwa 7 Prozent. Überkapazitäten, Qualitäts- und Imageprobleme sowie eine über lange Jahre unzureichende Modellpalette ließen den Absatz sinken und die Kosten steigen. In den vergangenen Monaten machte der Einbruch auf wichtigen europäischen Märkten dem Hersteller zusätzlich zu schaffen. So sackte der Opel-Absatz bundesweit im Januar um fast 23 Prozent ab.

Welche Rolle spielt GM in der aktuellen Situation?

Opel ist seit 1992 eine 100-prozentige Tochter von General Motors und dementsprechend eng mit dem Mutterkonzern verflochten. In den vergangenen Jahren hat General Motors immer wieder Kostensenkungen bei Opel durchgesetzt, andererseits aber auch Verluste getragen und viel Geld investiert. Zu dieser umfassenden Hilfe ist GM nicht mehr in der Lage, weil der Konzern selbst vom Untergang bedroht ist.

Kann Opel die aktuellen Sparvorgaben des Konzerns umsetzen?

General Motors will bei seinen europäischen Töchtern in diesem Jahr rund 950 Millionen Euro einsparen. Dies wird sich nur mit einem massiven Personalabbau bewerkstelligen lassen. Mit einem neuen Arbeitszeitmodell allein lässt sich diese Summe nicht erreichen, ebenso wenig mit dem Verzicht auf Lohnerhöhungen oder Weihnachtsgeld. Nach Expertenmeinung führt an der Schließung einzelner Werke kein Weg vorbei.

Welche Werke sind besonders bedroht?

Nach Meinung von Fachleuten ist von einer Schließung insbesondere das Opel-Werk im belgischen Antwerpen bedroht. Hier läuft 2010 die Fertigung des Opel Astra aus. Spekuliert wurde in letzter Zeit auch über einen Verkauf des Opel-Werks in Eisenach.

Kann Opel beim Untergang von GM allein existieren?

Das ist nur schwer vorstellbar. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall haben im vergangenen Jahr knapp 1,5 Millionen Autos verkauft. Nach Auffassung von Branchenkennern ist Opel damit als Massenhersteller zu klein, um die horrenden Investitionskosten in der Autoindustrie aufbringen zu können.

AP

Quelle: op-online.de

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