IAA 2013 in Frankfurt

Die Geschichte der Rettungswagen

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1958 ist der Framo IV in Sachsen gebaut worden. Er hat 23 PS.

Frankfurt - Das Deutsche Rote Kreuz präsentiert auf der IAA einen Streifzug durch die Geschichte der Rettungsfahrzeuge. Während die Fahrzeuge heute mit Kühlschränken ausgestattet sind, kamen in den 50ern durchaus auch VW-Käfer zum Einsatz. Von Marc Kuhn

Lebensretter sind heutzutage schnell und laut unterwegs. Mit Blaulicht und Sirene rasen Krankenwagen durch die Stadt, wenn sie zum Ernstfall gerufen werden. Mit Hightech kommen sie Unfallopfern oder Menschen nach einem Herzinfarkt zur Hilfe.

So schnell kamen die Retter einst nicht ans Ziel. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt wird Besuchern in Halle 3.1 ein Einblick in die Entwicklung des automobilen Rettungswesens gegeben. Anlass ist das 150-jährige Bestehen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

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Aufgestellt sind die Fahrzeuge wie das Symbol der Organisation - wie ein Kreuz. Die Schau spiegelt die Geschichte der Rettungsfahrzeuge wider, sagt Jürgen Teichmann vom DRK. „Es ist spannend zu sehen, wie die Entwicklung von Motoren und der Innenausstattung verlaufen ist.“ Gezeigt werden sieben Oldtimer und zwei Neufahrzeuge.

„Bitte nicht berühren“ steht an den Autos, die teils aus Museen kommen oder von DRK-Verbänden. Im Jahr 1958 ist der Framo IV 902 in Hainichen in Sachsen gebaut worden. Sehr spärlich ausgestattet ist der Innenraum. Er bietet knappen Platz für Verletzte. Ein Sanitäter kann sich neben ihn setzen. Der Fahrer blickt teils auf Holzarmaturen. Der 900-Kubikzentimeter-Motor brachte Unfallopfer mit seinen 23 PS und maximal 72 Stundenkilometer ins Krankenhaus.

Bei größeren Einsätzen fuhr der VW-Käfer, ein Führungsfahzeug aus dem Jahr 1959, mit. Mit seinem 34-PS-Aggregat schaffte er zumindest 115 Stundenkilometer. Ab den 70er-Jahren wurde nicht nur die Innenausstattung besser. Der ausgestellte Opel-Rekord hat einen 90-PS-Motor, der bis auf 160 Stundenkilometer beschleunigen konnte. Der Daimler 230/8 aus dem Baujahr 1973 schaffte 175 Stundenkilometer mit 119 PS. Aber auch den neuesten Stand der Technik können Besucher bewundern. Ein Notarztwagen von VW ist ausgestellt. In ihm ist unter anderem ein Kühlschrank für Medikamente eingebaut, wie Teichmann berichtet.

Zudem zeigt das DRK einen Rettungswagen der bayerischen Bergwacht auf Basis des VW-Amarok. Er sei ausgestattet wie ein kleiner Krankenwagen, erläutertet Teichmann weiter. Moderne Geräte sollen verletzten Bergsteigern und Wanderern helfen.

IAA in Frankfurt: Die besten Bilder

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Das Interesse an der Ausstellung sei groß, freut man sich am Stand des DRK. Die Helfer locken Besucher nicht mit mit ihrer Ausstellung von Fahrzeugen. Sie können sich auch in einen Überschlagsimulator setzen. Darüber hinaus werden Informationen über erste Hilfe und entsprechende Veranstaltungen des DRK geboten. Kurztrainings dauern nur 90 Minuten lang. Rund 1,2 Millionen Teilnehmer haben die Veranstaltungen besucht. Generell werden die Kurse gut angenommen, heißt es. Vor allem viele Betriebe lassen ihre Mitarbeiter ausbilden. Etwa 14.000 Ehrenamtliche in rund 520 Kreisverbänden stehen dafür zur Verfügung.

Quelle: op-online.de

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