Optimismus bei Umfrage der IHK

Stimmungshoch in Hessens Wirtschaft

+

Frankfurt - Die Unternehmen in Hessen sind zuversichtlich. Die Wirtschaft im Land zieht an. Dennoch nehmen die Kammern die Politik in die Pflicht.

Der Konjunkturhimmel in Hessen hellt sich weiter auf. Die Wirtschaft werde 2014 stärker wachsen als im Bund, erklärte Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (Arge), anlässlich einer Konjunkturumfrage unter mehr als 8 600 Mitgliedsfirmen in Hessen. „Die überaus positiven Rückmeldungen“ ließen ein Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt nahe zwei Prozent erwarten. „Der Wirtschaftsstandort wird neuen Auftrieb bekommen“, sagte Müller. Fast 40 Prozent der Unternehmen berichten von guten Geschäften, jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass es zukünftig sogar noch besser läuft. Die Stimmung steigt zum Jahresbeginn auf breiter Front: Industrie, Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Finanzen und Dienstleistungen sind optimistischer gestimmt als im Herbst 2013. „Allein das Geschäftsklima im Baugewerbe hat sich auf weiterhin gutem Niveau saisonbedingt leicht eingetrübt“, hieß es.

Rückenwind komme aus der Eurozone, berichtete die Arge. Trotz schwächerer Konjunktur in den Schwellenländern lasse die europäische Konjunkturbelebung die Erwartungen der hessischen Exporteure deutlich steigen. „Nach einer Schwächephase Anfang 2013 entwickelt sich das Auslandsgeschäft 2014 wieder zu einer tragenden Säule der konjunkturellen Dynamik.“ Auch das Inlandsgeschäft sollte aufgrund steigender Beschäftigungspläne wie im vergangenen Jahr die Konjunktur beflügeln. „Damit sich das Wachstumspotenzial der hessischen Wirtschaft voll entfalten kann, darf der wirtschaftspolitische Kurs in Bund und Land nun nicht in ein Bermudadreieck aus Fehlanreizen beim Mindestlohn, der Rentenpolitik und der Energiewende führen“, erklärte Müller. „In wirtschaftlich guten Zeiten sollte vielmehr die Zukunftsfähigkeit unseres Landes stets im Vordergrund politischer Entscheidungen stehen.“

Das IHK-Geschäftsklima liegt bei 121 Punkten - ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung. Das sei ein Zuwachs von fünf Zählern gegenüber der vorherigen Umfrage, erläuterte die Arbeitsgemeinschaft. Der Anteil der Unternehmen, der von guten Geschäften berichtet, steigt auf 39 Prozent (plus drei Prozent). Zehn Prozent bezeichnen die Geschäftslage als schlecht (minus zwei Prozent). Bei den Erwartungen steigt der Anteil der Optimisten auf 26 Prozent (plus drei Punkte). Der Anteil der Pessimisten geht auf zwölf Prozent zurück (minus zwei Prozent). Die Unternehmen wollten in den nächsten Monaten zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, erklärte die Arge. Inzwischen planten 17 Prozent der Betriebe mit mehr Mitarbeitern (plus drei Prozent), nur noch zwölf Prozent mit weniger (minus ein Prozent).

Am deutlichsten stieg die Stimmung in der Verkehrswirtschaft. Der IHK-Geschäftsklimaindikator legte um 14 auf 118 Zähler zu. 90 Prozent der Unternehmen berichten von guten oder befriedigenden Geschäften (Vorumfrage: 82 Prozent), 87 Prozent erwarten in den nächsten Monaten bessere oder gleichbleibend gute Geschäfte (78 Prozent). Spitzenreiter beim Geschäftsklima bleiben die unternehmensbezogenen Dienstleister, deren Index um drei Zähler auf 131 Punkte steigt. Derzeit berichten 49 Prozent der Betriebe von guten Geschäften (plus vier Prozent), weiterhin neun Prozent von schlechten. Leicht rückläufig ist das Geschäftsklima bei Bauunternehmen und personenbezogenen Dienstleistern, das um jeweils zwei Zähler auf 119 beziehunsgweise 113 Punkte zurückgeht. 

ku

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare