Orchestermusiker verletzt Kollegen

Messerstich von Gericht als Notwehr gewertet

Frankfurt - Ein Orchestermusiker, der einen Tontechniker mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt hatte, ist vom Vorwurf des versuchten Totschlags freigesprochen worden.

Das Landgericht Frankfurt ging in seinem Urteil davon aus, dass der Musiker in Notwehr gehandelt hatte. Das spätere Opfer des Messerstichs habe den heute 37 Jahre alten Musiker zuvor massiv geschlagen und gewürgt. Die beiden Mitglieder eines Orchesters waren am Neujahrstag 2008 in einen Streit geraten, der dann in Hofheim-Diedenbergen (Main-Taunus-Kreis) eskalierte.

Das Orchester war auf Deutschland-Tour und sollte in einem Hotel übernachten. In der Nähe eines Parkplatzes kam es zu der Auseinandersetzung. Weil der Musiker aus Angst und Panik nicht mehr weiterwusste, habe er sein Fagott-Messer genommen und dem anderen in den Oberkörper gestochen, hieß es in der Urteilsbegründung. Mit dem Messer wird normalerweise das Mundstück des Instruments gerichtet. Das Opfer überlebte.

Mit dem Urteil entsprachen die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Gericht sprach dem Fagottisten zudem noch eine Entschädigung für gut zehn Monate Untersuchungshaft zu. Nach der Tat war der Musiker in seine ukrainische Heimat gereist. Er wurde erst bei seiner Wiedereinreise nach Deutschland im November 2012 am Frankfurter Flughafen festgenommen.

dpa

Quelle: op-online.de

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