Den Orient erschmecken

Teezeit: Geselligkeit wird beim libanesischen Restaurant Miramir in der Eschersheimer Landstraße, Frankfurt, groß geschrieben.

Wenn draußen noch der Abendverkehr der stark befahrenen Eschersheimer Landstraße an einem vorbei rauscht und die Großstadtakustik im Ohr nachklingt, wird man im nächsten Moment mit dem Schließen der Eingangstür im Miramir in eine andere Welt entführt. Dort lockt der Orient.

Die Betreiber des libanesischen Restaurants L´Emir im Frankfurter Bahnhofsviertel haben mit dem Miramir im entfernten Stadtteil Dornbusch ihr zweites Lokal eröffnet und damit einen weiteren Anlaufpunkt für die raffinierte libanesische Küche geschaffen.

Was die so besonders macht? Die Gerichte sind meist vegetarisch, werden mit viel frischem Gemüse und mit wenig Fett zubereitet und beeindrucken durch die köstlich duftenden Gewürze. Die Mezze (Vorspeisen) stehen im Zentrum der libanesischen Esskultur und werden auf tausend und einem Teller an den Tisch gebracht. So auch im Miramir. „Die Vorspeisen sind das Beste an der libanesischen Küche, da man von allem etwas probieren kann“, sagt der Geschäftsführer Gamal Hanafy. So lässt sich an einem Abend ein Querschnitt der libanesischen Küche erschmecken.

Das Ambiente mit orientalischen Lampen und bunt bemalten Wänden versetzt den Gast sofort in eine positive Stimmung. Dazu läuft im Hintergrund melodische arabische Musik. Kaum ist man in einen der weich gepolsterten Sessel gesunken, wird man freundlich empfangen und umsorgt.

Der Tisch ist beinahe festlich gedeckt mit polierten Gläsern und fächerartig gefalteten Stoffservietten. So sieht Gastfreundschaft aus. „Im Miramir kann man alles haben, jeder der drei Räume hat ein eigenes Thema“, erklärt Hanafy: „Der erste gleicht einem freundlichen Restaurant, rechts ab geht das Miramir-Zimmer mit gemütlichen Sofas und Malerei an den Wänden. Auf der linken Seite befindet sich das Raucherzimmer zum Genießen der Wasserpfeife – da fühlt man sich wie in einem Beduinenzelt.“

Die Karte ist umfangreich. Darauf sind verschiedene Menüvorschläge. Das „Menü 1“ umfasst sieben Vorspeisen, die nicht auf vielen kleinen, sondern in recht übersichtlichem Umfang auf einem einzigen großen Teller angerichtet sind. Geschmacklich erweisen sich besonders die warmen Vorspeisen, gefüllte Teigtaschen mit Spinat und Käse sowie Falafil, als ein besonderes Erlebnis. Daneben reihen sich Petersiliensalat, Kichererbsen- und Auberginenmus sowie der hausgemachte Rahmquark in kleinen Hügeln auf. Die Pasten sind leicht und frisch, wenn auch nicht stark gewürzt und das trockene Fladenbrot ist auch gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall ist das „kleine Menü“ für 13 Euro auch nur was für den kleinen Hunger. Den hat man nämlich immer noch, wenn der Teller leer ist.

Die Hauptspeisen, wahlweise vegetarisch oder mit aufwändig mariniertem Lamm- bzw. Hühnerfleisch, werden geschmacklich von den libanesischen Gewürzen geprägt und von feinem Reis begleitet. Die durchaus gemischten Eindrücke beim Essen werden durch den orientalischen Tanz positiv beeinflusst. Den gibt es jeden Samstag ab 21 Uhr. Zirka 20 Minuten lang wirbelt eine Tänzerin durch die Gänge des Restaurants und hinterlässt eine Prise arabischer Kultur. „Zu uns kommt man nicht nur zum Essen, sondern für einen ganzen Abend“, weiß Hanafy. „Und wir mögen es, wenn der Gast lange bleibt...“

BIRGIT SAILER

4Miramir, Eschersheimer Landstr. 347, Frankfurt am Main, S  (069) 5601895

@http://www.miramir.de

Quelle: op-online.de

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